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Neue Theorie des Ufer- und Strombaues : erläutert durch die Geschichte der Wasserbauten an dem Süder-Dithmarsischen Elbufer / von W. Meissner
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gegen das Wasser, berechnen kann. Daher ist der NameHaarröhrchen entlehnt; doch findet sich diese Eigenschaft dasWasser anzuziehen, bei allen Flachen der Körper, und fiemuß sich in ihrer Kraft natürlich vervielfachen, wenn mehreFlachen einander nahe gegenüber stehen; alle poröse Körperhaben diese Eigenschaft; z. B. Mauern, Wände, aufrechtstehendes Holzwerk rc., welche denselben oft zum Schadengereicht; auch alle Pflanzen, bei welchen dieselbe einen Theilihres organischen Lebens ausmacht. In der Uferbaukunstkann man von dieser anziehenden Kraft anderer Körper gegendas Wasser guten Gebrauch machen, um den schädlichenStoß des Wassers zu vermindern, indem man die entgegen-stehenden Flächen vervielfältigt und die Attraction dadurchvermehrt, welches durch Anwendung von Busch und Faschi-nen geschieht. Die bekannten Vorzüge dieses Baumaterialsberuhen allein auf der eben genannten Eigenschaft; dennwenn z. B. der Stoß gegen eine glatte Fläche von 1O-uadratfuß senkrecht wirkt, so kann die Attraction dieserFläche den Stoß nur wenig vermeiden; träfe derselbe Stoßaber gegen die um 1' frei vorstehende Faschine, deren Reiservon einzölliger Dicke wären, so würde die Adhäsion beider sichgegen einander verhalten wie 144d": (144 X 12 X 3,14)= 5425,92, wie 144:5425,92; oder die Attraction wirktbei Faschinen über 37mal stärker, als bei glatten Flächen.Welche Größe nun auch dieselbe haben mag, so wird ihrenegative Wirkung 37mal vervielfältigt doch ein anderesResultat geben als die Einfache.

H. 9.

Der Zusammenhang der Waffcrthcile wird durch dieWärme vermindert, welches man schon daran sieht, daßheißes Wasser viel kleinere Tropfen giebt, als kaltes; in-