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Neue Theorie des Ufer- und Strombaues : erläutert durch die Geschichte der Wasserbauten an dem Süder-Dithmarsischen Elbufer / von W. Meissner
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Namen Anhänglichkeit und Klebrigkcit, (Adherenceund Viscosile) mit einander ver mischten, weil sie aucheinen wirklich hydrodynamischen Zrund Nicht auffindenkonnten, und doch zu Erklärung der Verzögerung vondem Fliesen des Waffers in offenen Betten, einengroßen Coefficicntcn gebrauchten, so mußte ihnen dieserin der zweiten Potenz stehen, unbekümmert darum:ob ein solcher in der Natur auch wirklich vorhanden sei?

Was sollen aber dann alle diese Formeln nutzen,die wie es nun scheinen will, auf einem blos imma-ginaircn Cocfficicnten beruhen, wenn dieser selbst nichtbestehen kann?

Ich muß mich hier noch bei den Worten: Pluseile sera etc. etc. aufhalten. Offenbar ist hier nurvon ein und derselben Sache, der Adhäsion Flächen-Anziehung, die Rede, deren Wirkung oben erklärtworden ist (H. 17. 18. 19) und die sich in der un-mittelbaren Berührung mit andern Flächen, dem Be-netzen (mouiller) am stärksten zeigt, daher auch An-kleben, Klebrigkcit genannt wird (viscosite).

. Nun soll der Widerstand, welchen diese von denFlächen der Wände des Flußbettes entstehende An-ziehung leistet, (oder die Verzögerung,) da wo sieentfernter von ihrer Ursache, also schwacher ist, im Ver-hältniß der O-uadrate der Geschwindigkeiten, und dawo die wirkende Ursache am stärksten ist, nur in demeinfachen Verhältnisse der Geschw. selbst stehen, unddie Formeln müffen daher 2 Ausdrücke erhalten. Gleich-wohl wird zugestanden, daß die Hauptursache nur einkleiner Bruch der Quadrate der Geschw. sei, und beigroßen Geschw. fast verschwinde. Also wird doch ein-geräumt: daß die Flächcn-Anziehung nur einen kleinenEocfficienten ausmachen könne. Jenes Verhältniß derQuadrate der Geschw. ist nur durch Schlüsse ausuncrwiesenen natürlichen Ursachen gefolgert, und inder Natur nicht vorhanden. Hätte man bescheiden