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Neue Theorie des Ufer- und Strombaues : erläutert durch die Geschichte der Wasserbauten an dem Süder-Dithmarsischen Elbufer / von W. Meissner
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der Oberfläche des Unterwassers, und der grössten Höhe, welchedie Oberfläche des Obcrwaffers erreichen kann. Denn in-dem der fallende Wasserstrahl die ganze Stärke seines Stossesgegen den Grund richtet und diesen außwäscht, so contrc-balancirt das hydrostatische Gegengewicht des in dem ent-stehenden Kolke befindlichen Wassers, und dessen durch Ver-mischung mit dem aufgelohten Erdreich des Grundes, ver-mehrtes specifikes Gewicht nur dann erst vollkommen, wenndie Tiefe des Kolks soweit zugenommen hat, dass sein senk-rechter Durchschnitt mit seinem Druck £ h 2 , dem para-bolischen Durchschnitte des Wasserstrahles gleich gewordenist; und ehe diese Tiefe nicht erreicht worden, behält derWasserstrahl vermöge seiner Gcschw. noch Kraft gegen denGrund zu wirken. Daher kann im Gegentheile, keine Wehletiefer ausgcrisscn werden, als die Höhe der Oberfläche desüber einen Deich überfallenden Wasserstrahles, über derOberfläche dcL Binnenlandes betragen hat; und nur seltenerlangen sie diese Tiefe, weil die Zeit des Ucbcrfalles zukurz ist. Wenn aber in Braakcn der Fluthstrom immerwieder eintritt, so werden diese dadurch soweit vertieft, alsdie grösste Höhe des Fluthstroms über die Ebbe beträgt.

VII. Aus dieser Betrachtung folgt eine allgemeineRegel, welche man bei Gründung solcher Bauwerke beob-achten muß, die den Vertiefungen des Grundes ausgesetztfind, da die Tiefe der Fundamente nie geringer sein darf,als die (VI.) angegebenen Aushöhlungen des Grundes be-tragen; und zu diesen noch hinzugerechnet werden muss, wasausserdem für ihre sichere Lage, Lange der Rammpfahlc:t. der Localität nach, erforderlich ist.

Anmerkung. Diese Regel habe ich noch in keiner Schrift