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Dritter Band. [Specielle Arzneymittellehre. Fortsetzung.]
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»96 Dritte Classe. Sauerstoffige Arzneymittel.

Z tv e y t e A b t h e i l u n g.

Sauerstoff entbindende Arzneymittel.

§. 622.

Muskelfasern.

Die rothen, ausgebildeten Muskelfasern, welchetheils willkührlichcn, theils unwillkührlichcn Bewegun-gen vorstehen, machen die niittlere Potenz des muskulö-sen Systems aus, indem der Charakter muskulöserThä'ligkeit reiner in ihnen sich darstellt, als in den Endender Arterienzweige und in den Schleimhäuten, aber dochminder rein, als in dem Herzen und den großem Artt-rienstammen, welche die Centralorgane dieses Systemsabgeben. Die Thätigkeit dieser Muskeln besteht ihren«Wesen nach in Expansion, ungeachtet wir sie gemeini-glich, dem äußern Scheine folgend, Zusirmmenziehungnennen. Es wird nämlich die Muskelfaser bey der Be-wegung zwar in ihrer Lange verkürzt : diese Verkürzungist aber minder wesentlich, und nur die Folge der An-schwellung des mittlern Theils. Dieser mittlere Theiloder der Bauch des Muskels ist die wichtigste Stelle!hier inserircn sich bey dem willkührlichen die denselben er-regenden Nerven, hier würken bey dem unwillkührlichendie organischm Reize ein. Die muskulöse Thätigkcilbesteht eben darin, daß der erregte Theil, der Bauchdes Muskels gegen den einwürkenden Reiz sich expandirt,und dadurch diesen, wenn er eine bewegliche Materie ist,z. B. Flüssigkeit, fortbewegt. So stoßen die Muskel-fasern eines höhlenförmigen Organs, z. B. der Harn-blase, oder irgend eines austreibenden Gefäßes blos da-