22
h. 30.
Da aber dieser Schweiß auch mit einer öligenoder fettigen Substanz vermischt und diese nicht mitKali verbunden ist, so ist es nicht möglich, die Wolledurch kaltes Wasser davon gänzlich zu befreien. DieseWäsche der Wolle in kaltem Wasser ist Sache desSchaf-Cultivateurs, und wird in den meisten Ländernvor der Schur auf den Schafen, in Spanien nachder Schur auf den Pelzen vollzogen. Durch dasWaschen der Schafe wird die Wolle aber keineswegesso sehr von diesem Schweiße befreit, als durch diespanische Wäsche, die aus mehreren Operationenbesteht; indessen wird die Wolle sowohl nach derdeutschen, als nach der spanischen Wäsche weder vondem äußern Schweiße und noch weniger von ihreninnern fettigen Theilen befreit, und muß daher noch-mals vor ihrer Verarbeitung die Wäsche durch denFabrikanten erhalten, welches man auch die Fabrik-wäsche nennt.
§. si
Wird die erste Wäsche vernachlässiget oder in un-reinem Wasser unternommen, so hat die Wolle getrock-net ein unreines, trübes Ansehen, und ist verhältniß-mäßig viel schwerer als eine in reinem und weichemWasser gewaschene Wolle. Dieser üble Zustand derauf diese Weise gewaschenen Wolle hat zwar einengroßen Vortheil für den Schaf-Eultivateur, aber demFabrikanten macht er Schaden, weil dieser Etwas da-bei bezahlen muß, das nicht als Wolle zu betrachtenist. Daher muß der Einkäufer beim Ankauf einersolchen trüben Wolle sehr vorsichtig sein und auf die-sen Verlust Rücksicht nehmen.