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Landwolle ist von der sogenannten rheinischen Art undwird in ganz reine oder edle und halbedle unterschie-den. Die erstere, durch Merinos veredelte, ist nachder sächsischen, böhmischen und schlesischen die bestedeutsche Wolle.
e) Im Mecklenburgischen giebt es ebenfallszahlreiche und durch spanische Race veredelte Schaf-heerden, die bereits viele seine Wolle geben, die aberder sächsischen weit nachsteht.
k) In Holstein, Schleßwig und einigen an-gränzenden Ländern liefert die fri isländische undbesonders eiderstädtische Race eine lange, feine,weiße, reine, einschurige Wolle, die zu Stoffen undStrümpfen sehr gesucht wird.
x) Baiern, Baden und Würtemberg ha-ben ebenfalls veredelte Schafe, und die Wolle davonfällt gut aus, aber der Ertrag stimmt mit der Be-völkerung und Fabrikation wenig überein.
ll) Im Churfürstenthum Hessen ist die Wolleimmer noch grob, weil die Schafcultur noch weitzurück ist.
tz. 1,.
0. Vom Auslchielsen oder Sortiren derPel;e.
Es giebt mehrere Schäfereibesitzer, welche nachder Schur die schlechtere Wolle von der bessern durchgeübte Wollsortirer ausschießen oder absondern lassen,und dann die dadurch entstandenen Sorten nach ihremverschiedenen Werthe verkaufen. Am gewöhnlichstenist es aber, daß die Wolle unausgeschossen, nämlichin zusammen gebundenen Vließen oder Pelzen, vonden Wollhändlern und Fabrikanten aufgekauft, unddurch geübte Wollausschießer, oder von den Fabri-kanten selbst, erst ausgeschossen wird.