88
gewonnene Garn wird daher auch „Streichgarn"genannt.
tz. 12V.
Diese Locken werden hernach nicht auf dem klei-nen Rade, sondern auf dem viel größeren hollän-dischen Rade gesponnen, wobei der Spinner sichnicht setzen kann, wie bei jenem, sondern beständigbei dem Spinnen stehen und laufen muß. Gewöhn-lich wird aus einer Locke ein Faden gesponnen. DasGarn wird ebenfalls zu Zahlen oder Strähnen undnach einer Bestimmung gesponnen und geweift.
§. 121 .
Das auf diese Weise gewonnene Garn hat aller-dings gewisse Vorzüge vor dem, welches auf demkleinen Rade unv auf den Maschinen gesponnen wird.Diese Manier war früher in allen denjenigen Ländern,z. B. in Frankreich, England, Holland und den Nie-landen üblich; aber auch in Deutschland war sie ineinigen Städten und Fabriken, z. B. in Oschatz, Ron-neburg u. a. O-, eingeführt, welche aber auch schonfrüher sehr schöne, feine und haltbare Tuche und tuch-artige Zeuge fabricirten, und verhältnißmäßig vieltheurer verkauften als jetzt die Maschinen - Tuche.
tz. 122
Wir haben zwar bisher in Hinsicht der jetzt fastüberall eingeführten Maschinerie etwas contradicirt;indessen soll doch auch hier von derselben die Redesein, um den Unkundigen davon einige Begriffe bei-zubringen, weil sie ihnen vielleicht nützlich werdenkönnen.