Um Mißverständnissen zu begegnen, müssen wirnoch erwähnen, daß unter dem Namen „Loden"im Allgemeinen auch jedes Tuch, wie es im rohenZustande vom Werkstuhle kommt, verstanden wird,und in Baiern und Schwaben wird unter ein Wol-lenzeug, welches eine Mittelart zwischen Boy oderFries und dem Wollentuche ausmacht, Loden ge-nannt.
tz. 184.
Unser Loden tuch, welches die erwähnten Bor-züge besitzt, bekommt aber eine breite Leiste (aus 30bis 40 Fäden) und wird vor dem Färben und Wal-ken und zwar auf folgende Art gewaschen:
Man bringt in einer großen Wanne 7—8 Walk-kannen kochendes Wasser und 3—4 Walkk. altenUrin in Mischung, legt den Loden (38 — 42 Pfundschwer) hinein, läßt ihn 4—4 Stunde lang darin auf-weichen, bringt ihn dann in das Walk- oder Waschloch,läßt das Werk flüchtig arbeiten und gießt dabei nachund nach obige Urinlauge zu. Man kann aber denLoden auch trocken in eins jener Löcher bringen, dieheiße Urinlauge zusetzen, das Werk arbeiten lassenund die übrige Urinlauge noch zugießen. Währendder Arbeit zieht man zu Zeiten eine Falte des Lodensheraus, drückt sie aus und sieht, ob der Urin seineWirkung thut, ob sich der Leim und das Del mitdemselben vereiniget haben, und ob die Urinlauge dickund seifenartig geworden ist. Ist der letztere Falleingetreten, so läßt man das Werk noch 4 Stunde ar-beiten und nimmt den Loden heraus, ringt ihn ausund bringt ihn wieder in das Walk- oder Waschloch.Nun gießt man während der Arbeit noch 4 Walk-kannen heißes Wasser, mit altem Urin und Aetzlaugevermischt, hinzu, nimmt den Loden nach 4 Stundewieder heraus, ringt ihn aus und bringt ihn wieder