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Alle Arten der Schafwolle : ihrer Natur und Beschaffenheit nach, leicht kennen zu lernen und solche zu verarbeiten oder theoretisch-praktische Belehrungen für Tuch-, Zeug- und Strumpf-Fabrikanten, Wolleinkäufer, Wollsortirer, Wollkämmer und deren Gesellen und Lehrlinge : enthaltend: gründliche Kenntnisse von der Natur und Beschaffenheit aller Arten von Schafwolle, deren Verarbeitung zu Garnen, Tuchen und Zeugen... / herausgegeben vom Tuchfabrikanten, Kunst- und Schönfärber Carl Friedrich Scherf
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160
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eingegriffen hat, so daß dadurch Furchen entstandensind; 2) in Rattenschwänzen, d. h. wenn übereinige Vertiefungen und die darin liegenden Haarehinweggeschoren worden ist, so daß diese in Gestaltvon Streifen stehen geblieben sind; 3) Riemen ent-stehen, wenn sich die Wolle, statt daß sie abgeschorensein sollte, kammartig emporsträubt; 4) Bankerotteoder Platten, desgl. wenn das Haar stellenweisstehen geblieben und nicht weggeschoren worden ist;5) Fadensüchtigkeit oder Fadenscheinigkeit,wenn die sämmtlichen Haare so tief weggeschoren wor-den sind, daß die einzelnen Fäden durchscheinen; 6)Kläcke, wenn das Haar zwischen den Blättern derScheere bloß gequetscht, statt geschoren worden ist.

§. 200

Das Scheeren zwischen dem mehrmaligen Rau-hen ist nicht nur deswegen nothwendig, um mit denKarden besser einwirken zu können und neue Wollezu erzeugen, sondern daß auch die eben genanntenFehler nicht so leicht entstehen können. Sind aberdergleichen Fehler, früher oder später, auf dem Tucheerzeugt worden, so können sie, bei einem wiederholtenRauhen, wenig, auch wohl gar nicht wieder verbessertwerden. Aus diesem Grunde ist auch das Scheerenin mehrere Abtheilungen eingetheilt, und jeder Schnittmuß recht gleichförmig sein.

tz. 201.

Um das Tuch scheeren zu können, muß es aufdem Scheertisch, an beiden Leisten, mit mehrern Scheer-haken so gut und gleichmäßig befestiget werden, daßes ja keine Falten bekommt, weil sonst die darüberrückende Scheere selbige durchschneiden würde. Bevoraber geschoren werden kann, müssen erst die Haare,