hat, gerauhet, mehrmals geschoren und kalt oder warmgepreßt ist, im Gegensatz der Wollzeuge, welche theilsauch aus Krempel-, aber die meisten Artikel ausWollen-Kammgarn gewebt, theils wenig gefilzt undgewalkt werden, andere aber gar nicht; doch gehenbeide Hauptarten von Wollengeweben durch Vermi-schung der Wolle unter sich oder mit andern entspre-chenden Materialien, durch Verschiedenheit des Ge-spinnstes und mancherlei Modifikationen oft so in ein-ander über, daß man sie kaum von einander unter-scheiden, wenigstens keine feste Grenzlinie angebenkann, woraus denn eine Mittelgattung zwischen Wol-lentuch und Wollenzeug, die zeugartigenTuche oder tuchartigen Zeuge entstehen, welcheeine mehr oder weniger leichte Walke erhalten, undaus solcher Wolle verfertigt werden, wodurch sie sich,in Rücksicht der eigenthümlichen Eigenschaften, mehroder weniger dem Wolltuche oder den Wollzeugennähern. Folgende Bemerkungen über einige der ge-bräuchlichsten mögen für den gegenwärtigen Zweck ge-nügen.
tz. 222.
Kasimir ist ein dünner, leichter Stoff, der auSfeinen Gespinnsten (selbst feineren, als man zu denfeinsten Tuchen anwendet) gewebt ist. Er hat einenKöper und wird mit 4, seltener mit 8 Schäften ge-arbeitet. Die Walke ist bei leichtem Kasimir schwä-cher, als jene des Tuches, wogegen der sogenannteDoppel-Kasimir reichlich so stark als Tuch ge-walkt wird. Man rauht den Kasimir meist nur einMal (aus einem Wasser), scheert ihn abev fast ebenso oft, als feines Tuch, so daß das Haar kurz ist,das Gewebe wenig deckt und der Köper öfters etwasdurchschimmert. Es werden auch Kasimire mit kamm-wollener und selbst baumwollener Kette verfertiget.