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des Wassers gefunden, daß das Wasser des ersten Or-tes viel salzsaures Natron und das des letzter» vielKalkerde gelöst enthielt. Oesters aber liegt der Fehlerim Fabrikat, wenn es z. B. entweder aus Mischungenungleichartiger Wolle, besonders wenn Raufwolle dar-unter, oder wenn es ganz aus solcher Wolle verfer-tiget ist. Die Erfahrung lehrt ferner, daß Färber undFabrikanten theils verfälschte, theils ganz andere Far-bematerialien, als sie bestellten, erhielten, vorzüglichwenn ein Handelshaus die Verfälschungen, Eigenschaf-ten und Beschaffenheiten der Färbematerialien selbstnicht kennt, wie z. B. Pflaumenbaumholz in geras-peltem Zustande für Blauholz, Berlinerblau für Gua-timal-Zndig, rohe Salzsäure für zinnhaltige Salzsäure,englische Schwefelsäure für Vitriolöl verkaufte. Einrationeller Färbekünstler wird freilich das Falsche sol-cher Materialien bald entdecken, wenn er sie, bei ent-stehendem Zweifel, untersucht; thut er dieß aber nichtund handelt leichtsinnig in seinem Geschäft, oder hatkeine Kenntnisse, sie zu untersuchen, wie dieses beson-ders bei vielen Fabrikanten der Fall ist, so kann na-türlich das Färben nichr gelingen, und Ehre, Ruf undVermögen stehen auf dem Spiel.
Wer sich mit der Färbekunst beschäftigen will,sollte sich daher durchaus chemische Kenntnisseaneignen, um die Kunst „zu färben," die dabeianzuwendenden Materialien und die Resultate der Fär-bekunst nach den Grundsätzen der Chemie zu erforschenund zu erklären. Wir wollen das Allernothwendigstedarüber mittheilen.