bringt man sie hernach an Bänder, zieht die Stöckeheraus und läßt sie in das Färbebad fallen und solange kochen, bis sie gut sind. Nach dem Färbenläßt man sie kalt werden, spült sie dann, hängt sieauf Stangen und läßt sie trocknen.
§. 389.
Was die Kämm gärn-Zeuge anbetrifft, soerfordern diese im Färben eine andere Behandlungals die Tuche, ob sie gleich auch nach den Färbe-Re-cepten derselben gefärbt werden können.
Die gezwirnten Kämmgarn-Zeuge wer-den aus gewaschenen Garnen gewebt uno besitzendaher keine öligen Theile, und ihre größte Unreinig-keit besteht blos an ihrem Aeußeren, welche ihnen nurleicht anhangt, denn der Leim oder die Schlichte,welcher sich der Weber dabei bedient, um die Kettedamit zu bestrcichen, damit sie der Reibung des Zeu-ges oder Kammes (Geschirres) hinlänglich widerstehenkann, ist auf eine leichte Art daraus zu bringen.Man wickelt oder rollt sie auf Walzen von Linden-oder Ahornholz und stellt sie dann in einen so hohenKübel mit handheißem Kleien-Wasser, daß dieses dar-über zu stehen kommt, und deckt ihn hernach miteinem darauf passenden Deckel zu. Nach 6—8 Stun-den oder noch eher läßt man daS Wasser durch denam Boden angebrachten Hahn ab. Alsdann gießtman wieder reines Wasser zu 50° k. darüber, so daßes wieder darüber zu stehen kommt, und zieht solchesnach 2 — 3 Stunden wieder davon ab. Hat maneinen so großen Kessel, daß diese Rollen darin Platzgenug haben, so ist dieses noch bequemer, wenn mansie darin kochen läßt. Man schöpft dann das Wasserdavon ab, nimmt die Rollen heraus und stellt sieeinzeln hin, damit sie sich abkühlen, wozu im Som-mer 16 — 18, im Winter aber 6—8 Stunden erfor-