289tz. 891.
Was nun die Zeug- oder Merino-Färbe-rei anbetrifft, so besteht diese größtentheils in den so-genannten Couleuren, welche nicht alle benamtund beschrieben werden können. Gewöhnlich werdenblos diejenigen Zeuge, welche das männliche Ge-schlecht zur Sommerkleivung trägt, in den Indigoküpenblau und acht gefärbt. Die übrigen Farben sindalle leichte und die meisten sind fast alles falsche Far-ben, welche aber auf solchen Zeugen nicht anders er-zeugt werden können, weil sie alle schön unv elegantsein müssen. Die Hauptfarben darauf sind dieblauen, grünen, rothen, braunen, scharlachrothen,carmoisinrothen, die Lilas, die gelben und blauschwar-zen. Die übrigen in die Hunderte übergehendenModefarben werden alle aus jenen erzeugt.
tz. 392.
Die Merino-Färberei ist eigentlich leicht,und die Hauptsache ist bloß die, daß man viel Zeitdazu nöthig hat, denn es liegt nicht an dem Färbenselbst oder an dem Färber, sondern an den Zeugen,wenn sie öfters S bis 8 Stunden kochen müssen, ehesie gleichförmig gefärbt erscheinen; die Ursache ist aberdiese, weil die Zeuge oft von vielerlei Garn undWolle zusammengewebt werden, aus hart und lockergedrehtem Garne bestehen, deswegen sie eine Zeit langsehr schackig aussehen, und wenn sie auch schon 2Stunden gekocht haben, so bemerkt man doch erstrecht deutlich die Streifen der verschiedenartigen Garneund Wolle. Aber durch ein lang anhaltendes Kochenund vermöge des angewendeten Alauns und Wein-steins, welche sich nur nach und nach mit den Zeugenverbinden können, verschwinden früher oder späteralle vorher vorhandenen Streifen. Hat man seinen
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