abgeriebenen Indiz. Nun deckt man die Küpe sehrgut zu, damit sie nach 24 Stunden noch heiß sei.Sieht man nach den ersten 12 Stunden noch keineblaue Blume darauf, und ist die Urinlauge noch nichtgrün geworden, so wirst man noch I Pfund Kochsalzhinein,, rührt die Küpe um und wartet die Auflösungmit den obigen Erscheinungen ab. Hat man diesenZweck erreicht, so steckt man die Wolle hinein, und laßtsie so lange darin, bis sie dunkel genug ist. Solltedie Urinlauge zu kalt geworden sein zum Färben, somuß sie nochmals heiß gemacht werden, ehe man dieWolle zum ersten oder auch zum zweiten Male hineinthut.
§. 4V7.
Oberflächliche Theorie vieler Jnviglrüpen.
») In der ersten Küpe (h. 396.) werden durchdas heiße Wasser aus jenen Substanzen die schleimi-gen Theile extrahirt und daraus eine subtile vegetabi-lische Säure erzeugt; die Pottasche erweicht dabei denIndigo. Durch den erzeugten Schleim wird dem In-digo der Sauerstoff entzogen und wird in Grün ver-ändert. Der Schleim fängt an sich zu entmischen,und es entwickelt sich dabei Kohlensäure, welche gas-förmig entweicht und sich durch die kleinen Bläschenauf der Oberfläche nebst einem kleinen Geräusch zuerkennen giebt. Es entwickelt sich auch aus dem SchleimeSalpeterstoff, welcher mit dem Wasserstoff Ammoniakerzeugt, das sich mit dem aus dem Indigo entwickel-ten vereiniget, sich durch den ammoniakalischen Geruchzu erkennen giebt, und dieses ist nun die Ursache, daßdie blaue Farbe sich in Grün verwandelt. Durch diePottasche oder Kalk wird der desorydirte Indiz auf-gelöst und in eine gelbe oder gelbbraune Flüssigkeitumgeändert; der Ammoniakgeruch wird ätzender und