Buch 
Alle Arten der Schafwolle : ihrer Natur und Beschaffenheit nach, leicht kennen zu lernen und solche zu verarbeiten oder theoretisch-praktische Belehrungen für Tuch-, Zeug- und Strumpf-Fabrikanten, Wolleinkäufer, Wollsortirer, Wollkämmer und deren Gesellen und Lehrlinge : enthaltend: gründliche Kenntnisse von der Natur und Beschaffenheit aller Arten von Schafwolle, deren Verarbeitung zu Garnen, Tuchen und Zeugen... / herausgegeben vom Tuchfabrikanten, Kunst- und Schönfärber Carl Friedrich Scherf
Entstehung
Seite
368
JPEG-Download
 

SS8

man verlangen wollte, daß ein Stück Papier imFeuer nicht verbrennen sollte.

tz. 525.

Man kann es als ein eben so wahres als ziem-lich allgemeines Gesetz annehmen, daß alle diejenigenSubstanzen, welche denjenigen Beizmitteln in ihremchemischen Verhalten entgegen gesetzt sind, durch derenVerbindung mit dem Pigment die Farbe erzeugtworden ist, auch am meisten eine zerstörende Wirkunggegen die Farbe ausüben müssen.

Z. 526.

Zu denjenigen Farben, die wir als ächt anerken-nen, gehören daher diejenigen, die sowohl in densauern, als in den alkalischen Salzen unauflös-bar sind: wie das ächte Küpenblau; obgleich die-ses von der Salpetersäure vollkommen zerstört wird,weil solche ein Zerstörungsmittel für den Jndig aus-macht (tz. 822.).

§. 527.

So widersteht das Scharlachroth dem Sauer-stoffe des Dunstkreises in einem sehr hohen Grabe,es wird aber in den Dünsten vom brennendenSchwefel und denen des faulen Urins, so wieim Tabacksrauch sehr bald ins Violette umgeän-dert. So ändern saure Salze die schwarzen undvioletten Farben inRoth um, und alkalische Salzestellen die Farbe wieder her. Alkalische Salzemachen die rothen Farben violett, die violettenFarben blau, saure Salz« stellen hingegen dievorigen Farben wieder her.