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§. 1Y0.
Diejenigen Gcwölbsteine, deren Lagerflächen wenigerNeigung als 38 bis 59 Grad gegen den Horizont haben,äußern keinen Druck auf die Lehrgerüste, weil ihr relativesGewicht kleiner ist, als die Neigung der Flachen aneinan-der. Nimmt aber die Neigung der Lagerflächen zu, sowird der Druck größer und übersteigt die Reibung. End-lich fällt der ganze Druck der Steine auf das Lehrgerüste.Diesen Druck bis zum Schlüsse auszuhalten, sind dieLehrbögen bestimmt.
Sobald die Lehrbögen tu der vorbeschriebenen Art ge-richtet sind, wird zu wölben angefangen, das heißt, eswerden die nach der Lehre behauenen und nummerirtenSteine mittelst Maschinen auf das Lehrgerüste gebrachtund versetzt. An den beiden Stirnseiten der Brückewird der Anfang damit gemacht, und immer eine ganzeSchichte zuerst ausgesetzt. Das Versetzen der Stein-schichten wird zugleich an den beiden Gewölbschenkeln vor-genommen, und die beiden Schichten, sowohl auf derrechten als auch auf der linken Seite wüssen zugleich voll-endet werden.
So lange die Reibungen der Lagerflächen das rela-tive Gewicht der Steine nicht überschreitet, erleidet daSLehrgewölb zwar keine Belastung; allein es ist doch gut,wenn mit dem Versetzen in der angegebenen Ordnungfortgefahren wird.
Bei Brücken von großen Sprengweiten, wo Schal-hölzer angewendet werden, geschieht das Richtender Wölb-steine mit Keilen, welche nach Bedarf unterschoben wer-den, und es muß vorzüglich darauf gesehen werden, daßdie untere Wölbung ihre vollkommene Form erhält.
Während die untern Schichten der Gewölbschenkel ver-setzt werden, wird mit der Ausmaurung der Pfeiler, undmit der Versetzung der Quadern in den Stirnflächen fort-