290 Siebentes Buch. Von b. Organismen d. Plastizität rc.
dessen rothe Farbe erzeugen. Vogt hingegen will alle diese Formenfür bloße Entwicklungsstufen einer vlscc^-e» dlorr.,,, (Sippe der ln-susori» xvl)§;as>rics Illirc»!,. ) erkennen, welche er l). nlvalis Nennt,Viscee-Lr. hat einen rundlichen oder ovalen durchsichtigen Kicselpan-zer, keine Wimperorganc, und bewegt sich mittelst zweier selir fei-ner Fadcnrüffel, die in beständiger schwingender Bewegung sind;Farbstoffe als Nahrung nimmt sie nie auf. ». niv^Ils pflanzt sichdurch Theilung so fort, daß innerhalb des Panzers das Thicrchcnsich in 2, 3, st, s—8 Theile sondert, die sich im Panzer bewegen,aber noch keinen Panzer zeigen, welcher sich erst spärcr abzusondernscheint. Sie pflanzt sich ferner auch durch Sprossen fort, welche,als wafferhelle Bläschen an verschiedenen LcibeSstellcn hervortretend,sich endl. abschnüren ; zuerst sind sie ganz durchscheinend, rundlich, oval,spindelförmig, mit Körnchen oder Bläschen im Innern, meist be-wegungslos. Diese Entwicklungsstufe hielt Shuttleworth für eineSpezies von l>sn<Iorln» Ll>r. Bald konzentrirt sich die Körnermaisegegen die LeibeSmitte, wird zuerst gelblich, dann roth, welche letz-tere Farbe sich allmälig im ganzen Thiere ausbreitet, welches nunvollkommen dem Mutterlhiere gleicht. Man findet immer im rothenSchnee rothe Kügelchen, von außerordentlicher Kleinheit und ganzrund, bis zur Größe und Eiform der ausgebildete» viccr-ea; allefrühern Forscher erklärten diese für den protoco,cus r>,v->!>s: Vogtmeint, diese Kügelchen, welche anfangs sich selbstständig bewegen,seien die Eier von viccrsea, so daß diese sich auf dreierlei Art fort-pflanzen würde. Vogt fand ferner stets im rothen Schnee dunkel-rothe, i»S Braune oder Blaue spielende Kugeln, umgeben von zahl-reichen, durchsichtigen, kcgcl« oder pyramidenförmigen Fortsätzen,wodurch die Kugeln Krystalldruscn ähnlich werden. Die durchsichti-gen farblosen Fortsätze sitzen wahrscheinlich auf einem Panzer aufund lassen sich leicht absprengen ES ist zweifelhaft, ob diese Körperzum Thier - oder Pflanzenreich gehören. Gleichfalls findet sich immerim rothen Schnee ein bräunliches, gelbliches oder grünliches, bewe-gungsloses Geschöpf, länglich-rund, mit Bläschen im Innern, wel-ches sich durch Qucrtheilung fortpflanzt. Shuttleworlh'S dlo„i>»glizc-ns ist eine leere Hülle dieses Geschöpfs, welches wahrscheinli-cher zu den Algen als Infusorien gehört. Endlich findet sich sehr ge-wöhnlich im rothen Schnee ein Näderthicr, eine Varietät der l>l,llo-llin» roscol» kill-., die von der im Wasser lebenden, mit orangegel.den Augen versehenen nur durch ungefärbte Augen abweicht. Agas-sizS geol. Alpenreisen, verf. v. Desor, deutsch v. Vogt, Frkf. tgstst,S- rss ff. Fror. N. No,t. Nr. st «2 — Mit Vogts Meinung, der dieFärbung des rothen Schnees nur von Infusorien ableiten will,sieht EhrenbergS Angabe im Widerspruch. Man hat im Winter l8S8auf >839 den rothen Schnee in Berlin fortgepflanzt; die zahllosen