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Physikalische Geographie : Vorlesungen gehalten an der Universität zu Berlin in den Jahren 1834 und 1835 / von Friedrich Hoffmann
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454 Vergleich des aus der Atmosphäre niedergeschlagenen

England und Wales zusaimnengenommcn mit der Themseetwa das 9 fache der Wassermenge der Themse ins Meerschicken, also etwa ^ des gesammten Niederschlages anatmosphärischem Wasser. Dicfs würde mithin von deroben angegebenen Summe derselben etwa 13 Zoll (ge-nauer 12,96 Zoll) ausmachen, und es würden nun alsonoch reichlich 23 Zoll zu anderweitigen Ausgaben übrigbleiben.

Um die Menge des durch Verdunstung jährlich ent-weichenden Wassers zu bestimmen, müssen die in die-ser Beziehung verschiedenen Zustände der Oberflächedes Festlandes berücksichtigt werden. Sie besteht entwe-der aus Wasser, oder sie ist mit Pflanzen bedeckt, odersie zeigt kahlen Boden; bei ersterem ist die Verdun-stung unter sonyt gleichen Umständen am gröfsesten, beidem letzteren am kleinsten. Um die Werthe dafür ken-nen zu lernen, bedient man sich für die Wasserflächeneines sogenannten Verdunstungsmessers (Atmo-meter oder Atmidoineter), welches zuerst von Dob-son in Liverpool eingerichtet wurde. Dasselbe bestehtaus einem einfach offenen flachen Gefäfse mit ebenemBoden, welches man neben den Ombrometer stellt undmit einer bestimmten Quantität Wasser anfüllt. DieMenge dieses Wassers nun wird durch den Regenfallum ein Bestimmtes vermehrt werden, doch nicht um soviel, als die Zunahme des Wassers im Ombrometer be-trägt, und die Differenz zwischen beiden Angaben wirdnatürlich den Werth der Verdunstung ausmachen.

Für die Verdunstung an der Oberfläche der Erdeerfand Dalton ein eigenes Instrument, welches er dreiJahre lang beobachtete; es war ein cylindrisches Gefäfsvon 10 Zoll Durchmesser und 3 Fufs Tiefe, am Bodenmit einer Ableitungsröhre versehen. Dieses Gefäfs füllteDalton zu unterst mit Kies und Sand, darüber deckteer Daimnerde, dann tränkte er es mit Wasser bis zurSättigung, d. h. bis dasselbe durch die Ableitungsrohre