458 Ucbcrschwcmmungen im Jahre 1824,
Stadt Manheim war zu jener Zeit in der gröfsestcnGefahr, von der AVuth der bei ihr sich vereinigendenStröme, Rhein und Neckar, fortgerissen zu werden,Mainz und W orins litten beträchtlich, und in den Nie"derlanden wurden ganze Provinzen in der Nähe derRheinmündungen unter Wasser gesetzt.
Fast eben so grofs waren in derselben Zeit die Ver-heerungen, welche das Anschwellen der Donau mit ih-ren Nebenflüssen anrichtete. Der Lech stieg bei Augs-burg schon im flachen Lande um 11 Fufs über seinenmittleren Stand, die Donau bei Regensburg gar um17 Fufs, und der Inn bei Passau, welcher dort muth-mafslich stets mehr Wasser führt als die Donau, stieggar zu der unerhörten Gröfsc von 25f Fufs über denmittleren Stand. Gleichzeitig schwollen auch die Mo-sel, Ahr, Weser, Leine, Fulda, Elbe, wenngleichnicht so stark an.
Aber eine grofse Bestürzung erregte es, dafs auchgleichzeitig mit den Flüssen das Meer sich in Bewegungsetzte, und furchtbare Beschädigungen an den Küsten-rändern unserer Nachbarländer anrichtete. So wurdendie Ufer von Friesland und längs der ganzen deut-schen und dänischen Nordseeküste auf eine zuvorseit Jahrhunderten nicht erhörte Weise verwüstet, undgleichzeitig trat die in noch so furchtbarem Andenkengebliebene Sturmfluth in St. Petersburg ein, welchediese Stadt durch das Austreten des durch Weststürmecrhölieten Meeres an den Rand des Verderbens brachte.
Es fehlte damals nicht an Personen, welche dieseaufserordenllichen, gleichzeitig eintretenden Ereignissemit einander in mehr oder minder wahrscheinliche undwunderbare Beziehung brachten. Man meinte in ihnendie Wirkungen von ungewöhnlichen Aufregungen im In-nern der Erde zu finden, welche die gewöhnliche Ord-nung der Dinge verkehrt und den Wässern der Tiefeplötzlich den Ausgang verstauet hätten. Es hatte in den