464 Bestandtlicilc des Qucllwassers.
blinden, und durch einen Ueberscliufs derselben als sau-rer kohlensaurer Kalk darin aufgelöst; denn Kohlensäurescheint keinem Quellwasser ganz zu fehlen, welches nurhinlängliche Zeit in der Erde verweilt hat. Nächstdeinenthalten die meisten Quellen etwas Gyps (schwefel- |sauren Kalk), und fast immer auch, wenngleich nur sehrkleine Quantitäten von Kochsalz, welches fast eben soallgemein als die Kalkerde verbreitet zu seyn pflegt»und sehr häufig kleine Beimengungen von organischen jSubstanzen, etwas harzige Stoffe, sogenannten Ex-traktiv - Stoff und dergl. Die Einwirkungen dieser |Beimengungen, wenn sic auch in noch so geringer Mengevorhanden sind, geben dennoch dem Quellwasser einigeEigenthümlichkeiten, welche schon durch seine einfach-sten Reaktionen gegen unsere Sinne, und namentlichdurch den Geschmackssinn am leichtesten erkannt wer-den können. Chemisch reines Wasser hat bei einer demQuellwasser gleichen Klarheit und Durchsichtigkeit den-noch meist einen faden oder indifferenten Geschmack,welchen auch das Wasser gröfserer Flüsse und das Re-genwasserzu theilen pflegt; Quellwasser dagegen schmeckt,besonders durch den Einflufs der Kohlensäure, erfrischendund angenehm. Wenn es abgekocht wird, so läfst esden Ueberschufs seiner Kohlensäure fahren, und dieKalkerde setzt auf dem Boden der Gefäfse eine erdigeoder steinähnliche Kruste ab, welche Pfannensteinoder Kesselstein genannt wird. Man glaubte in frü-heren Zeiten, dafs derselbe direkt aus dem Wasser beisolchen Gelegenheiten gebildet werde, und benutzte so-gar diese Erscheinung, bei welcher sich, wie mau glaubte,Wasser in Erde verwandele, zu allgemeinen Schlüssenüber die Bildung unserer Erdrinde.
Mit einer Seifen lös ung gemischt, nimmt das Quell'wasser dieselbe nicht unbedingt an, und mischt sich mitihr nicht gleichartig, sondern es bildet sich eine Mengevon Flocken, und es setzt sich allmälig ein Niederschlag
ab.