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Auflösungstheorie,
Biese Frage, deren Lösung für die Kenntnifs derchemischen l’rocesse, welche im Innern unserer Erdrindefortwährend stattfinden, von Wichtigkeit ist, scheint aufden ersten Blick äufserst leicht zu beantworten, den»die Quellwässer werden von der Erdoberfläche in fastchemisch reinem Zustande aus den Niederschlägen derAtmosphäre aufgenommen, und müssen also im Innernder Erdrinde auf ihrem Wege zu den Ursprungsortenden Stoffen begegnen, welche sie aufzulösen und mitsich forlzuführcn im Stande sind. Quellen von gewisserBeschaffenheit müssen daher auch ihren Ursprung nurvon gewissen Orten hernehmen können, wo die in ih- :neu enthaltenen Stoffe in hinreichender Menge in der jErdrinde vorhanden sind, und diese einfache natürlicheAnsicht ist daher auch bei den meisten Naturforschernaller Zeiten die vorwaltende gewesen. Schon Pliniusw'ard deshalb zu dem Ausspruche veranlafst:
Tales sunt aquae, qualis est terra, per quam Jluunt. —■
Es ist indefs, wie wir sehen werden, nicht leicht,diesen Satz selbst gegenwärtig in Uebcreiustimmung mitden Beobachtungen über die Beschaffenheit unserer Erd-rinde zu bringen, und es hat daher dieser einfachen undnatürlichen Ansicht nicht an Gegnern gefehlt, deren Ar-gumente wir mithin in der Folge zum Theil noch einergenaueren Beleuchtung unterwerfen müssen.
Zunächst giebt es wohl keine Art von Quellen, de-ren Auftreten in so hohem Grade der von uns vorgetragc-nen Auflösungs-Ansicht (Auflösungs-Theorie) das Wortzu reden scheint, als die Salzquellen. Es ist allge-mein bekannt, dafs es grofse Quantitäten von Steinsalzim Innern der Erde giebt, welche vom Wasser sehrleicht angegriffen werden, und welche völlig dieselbenBestandtheile enthalten, die wir in unseren Salzsoolenaufgelöst finden. vEs ist daher nichts natürlicher, als dieSalzquellen von den Steinsalzraassen abzuleiten. Um in-