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Physikalische Geographie : Vorlesungen gehalten an der Universität zu Berlin in den Jahren 1834 und 1835 / von Friedrich Hoffmann
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Steinsalz-Bohrungen

kostspielige und mühsame Gewinnung versorgten sie vondort aus ihre Länder mit Kochsalz; die benachbarteSchweiz war nur im Stande, aus der salzarmen Salinevon Bcx einen kleinen Thcil ihrer Bedürfnisse zu be-streiten ; Wiirtcmberg besafs nur die unbedeutenden Sa-linen zu Offenau am Neckar, zu Hall und Weisbacham Kocher, und Sulz am Neckar, deren Quellen beiihrer grofsen Armutli unbeachtet geblieben wären, wennnicht das Bedürfnifs nach Kochsalz so grofs gewesen.Baden endlich erzeugte zu jener Zeit gar kein Salz inseinem Lande. Schon mehrmals batte man sich in neue-ren Zeilen genöthigt gesehen, zu Offenau, wo der Ge-halt der schwachen Quellen bei anhaltendem Gebrauchesehr abnahm, durch Bohrversuche nach neuen stärkerenzu suchen; diefs Mittel wirkte indefs immer nur pallia-tiv und für kurze Dauer, und man kam daher auf denGedanken, dafs diese Quellen wohl einem in der Tiefeliegenden, wenig mächtigen Salzstocke, welcher succes-siv ausgelaugt würde, ihren Ursprung verdanken möchten.

Durch einen Erdfall, welcher sich im Jahre 1804bei Wimpfen ereignete, ward man zuerst auf dieseGegend wieder aufmerksam. Man untersuchte genauerdie in ihr vorkommenden Gebirgsarten, und 1812 fandder als Salinist und Mechaniker ausgezeichnete vonLangsdorf in einer Gypsgrube Spuren von Steinsalz.Diefs veranlafste, auf seine Anzeige, die Würtembergi-sche Regierung, hier ausgedehntere Bohrversuche anstel-len zu lassen. Man begann sie im August 1812, ar-beitete drei Jahre hindurch beharrlich, doch stets ver-geblich, fort, und fand nur gegen das Ende des Jahres1815 einige stärkere Salzquellen in der Tiefe. Als manaber eben damit beschäftigt war, dieselben zu fassen undzur Benutzung einzurichten, da kam man endlich zu nichtgeringer Ueberraschung im Frühjahre 1816 auf Steinsalz,das in 475 F. Tiefe begann, und zwar durch zwischen-