Auflösuugstheoric, fcrnerweitig bestätigt. 491
Quellen befanden, überall fand inan mit unbedeutendenAusnahmen das Salz fest und trocken, verwachsen mitGyps und umgeben von einer Thonmasse, welche auchui der Nähe anderer Salzmassen bekannt ist (Wieliczka,Hall in Tyrol u. s. w.), und dem Wasser undurchdring-lich erscheint. Waren nur durch diese Umgebung oderHecke erst Bohrlöcher gestofsen, und konnten die Quel-len, welche zwischen den Schichten der höher liegendenHebirgsarten fliefsen, in ihnen niedersinken, so stelltensich auch bald in den Bohrlöchern Salzwässer ein. Jehöher diese Wassersäule, also auch der Druck ist, densie ausübt, desto schneller scheint auchfulie Auflösungdes Steinsalzes vorzugehen, und oft geschieht sie fast ineinem Augenblicke, ja bei Sulz ist der Druck der Was-sersäule so grofs, dafs er die Soole durch die unsicht-baren Poren des festen Gesteines prefst, und bei Hall,Wo man in den niedergestofsenen Bohrlöchern nicht Was-ser genug fand, pumpt man süfses Wasser aus dem be-nachbarten Kocher hinein, und zieht salziges Wasserdafür in so grofser Menge, als mau es zu gewinnen fürr athsam hält, wieder aus.
Man hat ferner bemerkt, dafs überall, wo das Stein-salz in grofser Mächtigkeit vorkommt, die Soole dessel-ben Bohrloches sich allmälig veredelt, erst von schwa-chem Gehalt und dann allmälig immer stärker und stär-ker hervortritt, endlich gesättigt erscheint und in diesemZustande so lange bleibt, als der Salzvorrath anhält.Hiefs kann auch wohl kaum anders seyn bei der Vor-a Ussetzung eines Auslaugungspjocesses, welcher sich all-mälig den Weg bahnt, und die angreifbare Oberflächedes auflöslichen Körpers beständig vermehrt. Ist dasSalz indefs nicht mächtig, so zeigen sich diese Erschei-nungen nur sehr unvollkommen, und es ist das Anhal-ten der gesättigten Soole in enge Grenzen eingeschlos-8e u, wie zu Offenau, das an der Grenze des Salzstok-hes liegt; dort hat mau schon öfter die Bohrlöcher wech-