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Physikalische Geographie : Vorlesungen gehalten an der Universität zu Berlin in den Jahren 1834 und 1835 / von Friedrich Hoffmann
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Mineralwässer,

ihnen enthaltenen Stoffe seyen, besteht darin, dafs die na-türlichen wannen Nässer im Stande wären, gröfserc ,Wärmemengen zu fassen und länger feslzuhalten, als ih- jnen durch künstliche Envärmung beigebracht werdenkönnte. — Es werde daher durch sie, so glaubte man,dem menschlichen Organismus mehr Wärme zugeführt,als man ihm durch künstliche warme Bäder verschaffenkönne, es würden unbekannte Processc der Auflösungund Verbindung fester Stoffe dadurch möglich, welche |wir in unseren Laboratorien nicht zu erzeugen im Stande jseyen. ,

Diese Meinung, für welche Bestätigungen durch Ver-suche von Herrn Kästner zu Wiesbaden mit gro-fscr Lebhaftigkeit vorgetragen wurden, ist an den Ur-ßprungsorten aller Quellen von höherer Temperatur ver-breitet, und nächstdem, dafs sie. den Badeärzten die Be-friedigung gewährt, die Kraft dieser Gewässer als etwasMagisches darzuslellen, welches sich nach den Grund-sätzen der Wissenschaft nicht erklären lasse, ist sie durchdie täglich wiederholte Wahrnehmung der langen Dauer jentstanden, welche zur Abkühlung dieser Quellen nachihrem Austritt bis zu der dem Menschen passenden Ba-dewärme erfordert wird.

Zu Wildbad im Thale von Gaslein ist es einebekannte Erfahrung, dafs man das dortige Wasser von36° 1\. Temperatur schon am Abende in die Badcstu- [ben ablasscn mufs, damit es am nächsten Morgen die .Badewärme von etwa 25 bis 26° 1\. besitze. In Wies- !baden (von 52,8° 11.) und zu Karlsbad (59° R.) er-fordert diese Abkühlung eine Zeit von 15 bis 20 Stun-den, und allerdings scheint diefs bei flüchtiger Beachtungsehr auffallend. Iudefs bemerkte schon Bischof, dafsman sich über die sehr langsame Abkühlung einer bß'trächtlichcn Wassermasse nicht wundem dürfe, welche,in einem schlecht leitenden eingemauerten Becken auf-bewahrt, ihre Wärme nur nach oben hin abzugeben »"