Buch 
Physikalische Geographie : Vorlesungen gehalten an der Universität zu Berlin in den Jahren 1834 und 1835 / von Friedrich Hoffmann
Entstehung
Seite
510
JPEG-Download
 

510 Mineralwässer, ihr vulkanischer Ursprung,

Wasser, welches mit den gasförmigen Ausströmungen derKohlensäure in Berührung tritt, in den Stand sqtzt, ei-nige Bestandteile der benachbarten Gesteine sieb anzu-eignen und mit ihnen beladen hervorzutreten. Ja essind ja auch iiberdiefs die nächst der vorherrschendenKohlensäure in Verbindungen mit Basen auftretendenSäuren in diesen Quellen, wie die Schwefelsäure undSalzsäure, nur solche, welche am häufigsten von nochtätigen Vulkanen ausgehaucht werden.

Biese theoretische Ansicht von der Entstehung derSauer quellen, welche rein eine Folge der Verbin-dungen geognostischer und chemischer Forschungen ist,hat bei dem Versuche, sie auf die speciellen Verhält-nisse einzelner Mineralquellen anzuwenden, bereits ei-nen so hohen Grad von Befriedigung gewährt, dafs esnicht nötig seyn wird, auf die früheren lokalen Erklä-rungs-Versuche zurückzugehen; nur ist cs interessant, aufeinige individuelle Verhältnisse aufmerksam zu machen,welche dieser neueren Ansicht zur Bestätigung dienen.

Bei vielen dieser Quellen zeigt sich eine mehr oderminder erhöhte Temperatur; die Quellen von Karlsbad,die von Mont d’Or, St. Nectairc, die von l\ei-kum in Island, Teplitz geben davon ausgezeichneteBeispiele. Man hat sich früher mehrfach bemüht, dieseErscheinungen der Erhitzung von Schwefelkieslagern odervon Steinkohlenbränden herzulciten, mit welchen sie vorihrem Ausilufs in Berührung treten. Es läfst sich indefsleicht, sowohl aus den Bestandteilen der Quellen alsaus der durch Jahrtausende fortdauernden Erwärmungderselben erweisen, dafs diefs die wahre Ursache ihrerWärme nicht seyn könne.

So hat es schon von den genannten Bcrzeliusmit grofser Evidenz dargethan, dafs es die unmittelbareErhitzung durch den Heerd der Vulkane sey, an wel-cher sie Theil nehmen. Berzelius schlofs diefs vonden Quellen bei Karlsbad zunächst aus der Menge der