auch durch Beständigkeit ihrer hohen Temperatur erwiesen. 511
diese Gegend umgebenden vulkanischen Gebirgsnrten, imVergleiche mit den Ursprungsorten von Quellen ähnli-cher Art. Besonders merkwürdig aber ist dabei nochdie Wahrnehmung, dafs der Wärmegrad dieser Quellenlange Zeit hindurch konstant bleibt. Berzelius fanddie Temperatur des Karlsbader Sprudels im Jahre1822 noch genau eben so grofs, als sie Becher imJahre 1770, also 52 Jahre früher, gefunden halte.
Von den Bädern vom Mont d’Or hat derselbeChemiker auf eine sehr überzeugende Art erwiesen, dafsdie Temperatur derselben sich seit etwa 2000 Jahrenkaum merklich könne geändert haben. Dort badete mannämlich schon zu den Zeiten des Julius Cäsar in einemdurch das damals erbaute steinerne Badehaus fliefsendenStrome der Quelle selbst. Die Temperatur derselbenist heute 38 , 7 ° R., und da diefs ziemlich die höchsteTemperatur ist, welche der menschliche Körper im Was-ser noch ertragen kann, so kann sie sich seit jener Zeitnicht beträchtlich vermindert haben; man würde sie sonstgewifs nicht ohne besondere Abkühlungs-Anstalten habenbenutzen können. ♦
Ferner hat v. Hoff durch eine umsichtige Erfor-schung der Gegend von Karlsbad dargethan, dafs dieQuellen daselbst aus einer mit zerbrochenem Gesteinangefüllten, sehr tiefen und weiten Spalte des Urgebir-ges austreten, welche wahrscheinlich unmittelbar bis zuder alten Werkstätte vulkanischer Wirkungen nieder-setzt. Auch geht daraus hervor, dafs, je höhere Aus-ilufspunkte diese Quellen besitzen, um so niedriger dieTemperatur ist, welche ihnen zukommt.
Es ist demnach sehr natürlich die Annahme zu ma-chen, dafs auch die kalten Sauerbrunnen dieser, sowie anderer Gegenden, welche theils höher (im jüngerenGebirge) entspringen, theils mit den Tiefen der Erde in ei- _ner minder offenen Verbindung als die heifsen Quellen ste-hen, auf eine ähnliche Weise gebildet werden, und an die