Schwefelquellen, ihre Entstehung. 517
Menge von Schwefelwasserstoff unmittelbar durch dieFäulnifs der Pflanzen entwickelt wird, kommen Schwe-felquellen vor, welche sich bei ihren Umgebungen inRuf gesetzt haben, wie die von Oldesloe, Bramstedt,die von Muskau, von Gleifsen in d. Neumark.
Schon Hausmann *) hat versucht, die kaltenSchwefelquellen Westphalens von Nenndorf, Eil-sen, mit den in der Nähe brechenden Kohlenflözen inVerbindung zu setzen; allein es bedarf dieser Ableitungnicht, denn eine fortgesetzte Beobachtung hat mich ge-lehrt, dafs alle diese Quellen, deren Zahl in Westplialensehr grofs ist, von Liminer bei Hannover bis Bent-heim, und an vielen aufser dieser Richtung liegendenOrten, oft fern von Kohlenflözen aus einer und dersel-ben Schicht, einem bituminösen Mergelschiefer der Ju-ragruppe entspringen, dessen Zersetzbarkeit so grbfs ist,dafs häufig erst die Schwefelquellen auf seine muthmafs-licbe Anwesenheit in der Tiefe aufmerksam machen.
Merkwürdig ist, dafs auch in anderen Gegenden,namentlich in Süddeutschland, am ausgezeichnetstenbei Boll im Würtembergischen, und in England ähn-lichen Schichten den Ursprungsort von Schwefelquellenbezeichnen, und wir können daher die Ursachen vondem Entstehen derselben nur in ihnen aufsuchen.
Was die warmen Schwefelquellen betrifft,welche wir schon oben von den kalten getrennt haben,so scheint allerdings die Entstehung derselben von derder letzteren verschieden zu seyn; sie sind nicht an Koh-len und Kiese gebunden, sondern entspringen, wie dieQuellen von Landeck und Warmbrunn, die vonBar eg es und Bagneres, meist unmittelbar aus dem Ur-gebirge, oder doch, wie die Quellen von Aachen, we-nigstens aus Spalten von Gebirgsarten sehr alter Forma-tion. Es ist daher wahrscheinlich, dafs sie ihre Bcstand-
) Driburger Taschenbuch II.