meistens von der des Bodens bedingt. 521
gangen ist, in eine verliältnifsmäfsig geringe Tiefe derErde hinabreichen. Bevor sie aber den Boden durchdrun-gen hat, wird schon die Winterkälte eintreten und,ihrfolgen; diese wird aber wieder von der Wärme des fol-genden Frühlings und Sommers ereilt werden, bevor sietief durchgedrungen ist. Und so wird, wenn sich dieseErscheinung Jahrtausende hindurch fortsetzt, in einergewissen Tiefe des Bodens, die Differenz der Tem-peraturen, welche seine Oberfläche erhält, sich ausglei-chen,|d. h. der Boden wird die mittlere Temperatur desKlima’s erhalten, unter welchem er liegt, und diefs wirdauch die Temperatur der Quellen seyn, welche aus die-ser Tiefe hervortreten.
Unabhängig von dem Wechsel der Witterung, jaselbst unabhängig von dem Wechsel der verschiedenenJahreszeiten, werden die Quellen demnach eine Tempe-ratur zeigen müssen, welche zwischen der Wärme desSommers und der Kälte des Winters in der Mitte steht,und es wird nun noch darauf ankommen, durch direkteBeobachtung zu erfahren, in wie weit diese merkwür-dige Eigenschaft derselben in der Natur , wirklich statt-findet.
Untersuchungen dieser Art sind verhältnifsmäfsig sehrneu, da zur Ermittelung zuverlässiger Resultate natürlichauch vollkommene Instrumente nöthig sind, mit welchenman etwa erst seit der Mitte des vorigen Jahrhundertsbeobachten lernte. Um aber das Mittel zwischen derWinterkälte und der Sommerwärme eines Ortes in un-seren Klimaten zu finden, mufs man wegen der Ver-schiedenheit derselben in einzelnen Jahren eine langjäh-rige Reihe von Temperatur-Beobachtungen besitzen, wel-che die Summe der möglichen Verschiedenheiten in die-ser Beziehung in sich schliefst. Wir finden daher einesolche Arbeit mit Rücksicht auf die Temperatur derQuellen zuerst im Jahre 1775 versucht.