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Physikalische Geographie : Vorlesungen gehalten an der Universität zu Berlin in den Jahren 1834 und 1835 / von Friedrich Hoffmann
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Quellen-Temperatur,

In einem Aufsatze von Roebuck*) über die mitt-lere Temperatur von London, verglichen mit der vonEdinburgh, bemerkt der Verfasser, dafs er für Lon-don aus dreijährigen Beobachtungen 8,98° R., für Edin-burgh dagegen 6,97° gefunden habe; es sey aber dieTemperatur der Quellen zu London (unabhängig vondem Wechsel der Jahreszeiten) das ganze Jahr hindurch8,45° R., zu Edinburgh dagegen 6,6°, und eine solcheUebereinstimmung sey für jedes Land zu erwarten.

Diesem Winke folgend, hatte bald darauf Caven-dish veranlafst, dafs John Hunter **) die Temperaturder Quellen auf Jamaika beobachtete, und er wolltegefunden haben, dafs dieselbe auch hier bei 21,3 U R.Temperatur völlig mit der mittleren Temperatur der At-mosphäre, mit dem Mittel der Wärme aus der heifsenund kalten Jahreszeit, übereinstimmte.

Es war daher natürlich, Beobachtungen der Quel-len-Temperaturen eines Landes als ein Mittel anzusehen,um sich leicht und zuverlässig von der Beschaffenheitseines Klima’s zu unterrichten. Denn ‘die Angabe desmittleren Wärmegrades, den verschiedene Orte der Erd-oberfläche erhalten, giebt uns ein sehr erwünschtes Mit-tel, die verschiedenen Klimate derselben mit einandervergleichen zu können, indem man sie so durch be-stimmte Zahlenwerthe ausdrückt, und es war diefs langeder einzige Vergleichungspunkt, welchen man aufsuchte,che man nach den Ansichten Alex. v. Humboldt’sund L. v. Buch’s darauf geführt wurde, auch die Ver-hältnisse der Vertheilung der Wärme in verschiedenenJahreszeiten zu berücksichtigen, welche die Klimate ver-schiedener Länder so auffallend von einander unterscheidden. Man konnte nach dieser ersten Ansicht durch eineeinmalige oder doch durch eine nur wenig wiederholte

*) Philot. trantact. 1775 , p. 459 .

«*) Und. 1788 , p. 59 «?.