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Quellen-Temperatur,
0,1° R.) betragen. Er beobachtete später, in den Jahren1811 und 1812, die Temperatur des Gesundbrunnens beiBerlin, und fand "während 5 Monaten nur eine Diffe-renz von 0,25° R. Erman fand eine Quelle, bei Pots-dam (Abh. der Berl. Akad. 1818 bis 1819 p. 377), de-ren Veränderungen während einer Reihe von 19 monat-lichen Beobachtungen nur 0,1° 11, betrugen, und da Aehn-liches auch an anderen Orten ausgemittelt wurde, so dür-fen wir wohl auf die Genauigkeit des Resultats einzel-ner Beobachtungen an geeigneten Quellen, so wie aufden Werth der daraus abgeleiteten Schlüsse auf die all-gemein klimatischen Verhältnisse des Landes, in dem sieVorkommen, ein grofses Gewicht legen.
Bei der Vergleichung der Temperatur der Quellenindefs mit der mittleren Temperatur der Atmosphäre des-selben Landes, zeigte sich eine andere, sehr unerwarteteErscheinung. Alex. v. Humboldt bemerkte nämlich,dafs bei allen den Beobachtungen, welche er in den Ge-genden von Caracas, Cumana anstellte, die Tempe-ratur der Quellen stets um einige (bis 3° C.) Grade nie-driger ausfiel, als die Mitteltemperatur der Atmosphäre.So fand er die Quelle von Quelepe auf dem Wegenach Cumana zur Halbinsel Araya in 1140 F. Höheüber dem Meere = 18° R., während die Mitteltempera-tur von Cumana 20,8° beträgt, und die Quelle vermögeder dort bekannten Gesetze der Wänncabnahme mit derHöhe etwa 20° Temperatur hätte haben müssen. Unddiese Abweichung erwies sich nicht mehr als zufällig,denn später, im Jahre 1815, fand L. v. Buch *) das-selbe in einer andern Gegend der heifsen Zone, auf denkanarischen Inseln. Dort beobachtete er die mittlereTemperatur der Quellen an dem Rande des Meeres aufTeneriffa, Palma und Lanzerote zu 14,4° R.; alleindie mittlere Temperatur der Atmosphäre beträgt daselbst
*) Poggend. Ann. XII, 403.