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Physikalische Geographie : Vorlesungen gehalten an der Universität zu Berlin in den Jahren 1834 und 1835 / von Friedrich Hoffmann
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Boden-Temperatur,

Lappland mit, welche sämmtlich über der Mitteltempe-ratur der Atmosphäre liegen, und zeigt auf eine in derThat sehr überraschende Weise, wie man sich dieserBeobachtungen bedienen könne, um die Vegetationsgren-zen zu bestimmen, und wie also die Temperatur des Bo-dens mit seiner Vegetationskraft im Einklänge stehe.

Doch auch um fast 10° südlicher zeigte sich einegegen die Atmosphäre höhere Temperatur des Bodens.Zu Upsala unter 59° 51’ nördl. Br. gaben mehrjährigeQuellen-Temperaturbeobachtungen ein Mittel von 5,2°R., die mittlere Temperatur der Atmosphäre aber beträgtdort nach sehr genauen Bestimmungen +4,4° R., alsoeine Differenz von 0,8° R.

Ganz ähnlich fand Erman dasselbe Verhältnifs inBerlin unter 52° 31'; denn hier giebt die Beobachtungder mittleren Temperatur der Quellen 8,03° R. für dieWärme des Bodens, die mittlere Wärme der Luft aberbeträgt nach T r a 11 e s 6,4° R., also eine Differenz von 1,63°,welche für unsere Breite sehr grofs ist. Dieser Unter-schied scheint sich aber in dem 5° südlicher liegendenBasel, unter 47° 33’ nördl. Br., schon so völlig ausge-glichen zu haben, dafs daselbst nach den genauen Be-obachtungen von Merian *) höchstwahrscheinlich Bo-den und Atmosphäre eine gleiche mittlere Temperaturvon 7,6° R. besitzen, ein Verhältnifs, welches vielleichtunter dem 45sten Grade der Breite völlig genau Zusam-mentreffen möchte.

Es sind mehrfach Versuche gemacht worden, umdieses eigenthümliche Verhältnifs in der Temperatur desBodens zu der der Atmosphäre genügend erklären zukönnen.

Wahlenberg **) glaubte die Ursache dieser Er-scheinung mit Recht in der Schneedecke suchen zu müs-

*) Abhandl. über die Wärme der Erde za Basel 1823.

**) Flora Lappon. Introd. LI.