nicht mittlere Lufttemperatur, warum? 527
sen. Sie bedeckt in Lappland während 7| Monate desJahres den Boden, und verhindert das Eindringen derKälte in denselben; im Sommer dagegen ist der Bodenfrei und kann daher nicht nur ungehindert erwärmt wer-den, sondern es dringt auch dann fast allein das Was-ser in ihn ein, welches die Quellen speiset, während imWinter nichts eindringt, was die niedrige Temperaturder Luft dem Innern der Erde mittheilen könnte.
Diese Ansicht wird auch noch dadurch bestätigt,dafs mit abnehmenden Breiten, wo der Schnee immerkürzere Zeit liegen bleibt, auch in der That dieserUeberschufs in der Bodenwärme immer geringer wird,und dafs er, wie Wahlenberg’s *) Beobachtungenauf den Schweizer Alpen beweisen, auf den mit Schneeund Eis bedeckten Gebirgen in mittleren Breiten so-gleich wieder in ähnlichen Verhältnissen wie in Lapp-land eintritt.
Während dieser Unterschied nämlich, wie wir sa-hen, am Fufse der Gebirge zu Basel füglich als Nullangesehen werden kann, fand Wellenberg dagegenin 4000 Fufs Höhe (an der Buchengrenze) schon 1,9°Ueberschufs der Bodenwärme, und in etwa 6600 FufsHöhe, auf dein Hospiz des St. Gotthard, schon 3,6°R., also genau so viel als zu Enontekis in Lappland.Eine Erscheinung, welche durch die Uebereinstimmungder Vegetations-Verhältnisse Lapplands mit denen derhohen Alpen nur an Interesse gewinnen kann.
Aehnlich wie den Ueberschufs der Temperatur desBodens in der gemäfsigten und kalten Zone, hat nunauch kürzlich L. v. Buch das Minus derselben in derheifsen Zone zu erklären versucht. Vom südlichen Eu-ropa bis zu den Wendekreisen, so berichtet er, giebt es
*) Dt vtget. et clim. in ffelvet. sept. 1833 , p. LXXVIII.