Buch 
Physikalische Geographie : Vorlesungen gehalten an der Universität zu Berlin in den Jahren 1834 und 1835 / von Friedrich Hoffmann
Entstehung
Seite
528
JPEG-Download
 

528

Quellen-Temperatur,

nur eine Regenzeit, höchstens vom November bis zumApril, vom Mai au regnet es nicht mehr. Die Sommer-wärme kann sich also in diesen Ländern eben so wenigdem Innern der Erde durch das Wasser mittheilen, wiedie Winterkälte in kalten Ländern, und nur die nie-dere Temperatur der Regenzeit wird dem Innern zuge-führt. — Deshalb fällt nach seiner Ansicht also die Tem-peratur der Quellen in solchen Ländern geringer als dieMitteltemperatur der Atmosphäre aus, auf deren Erhö-hung die Wärme der trockenen Jahreszeit einen so mäch-tigen Einflufs übt.

Diese Ansicht gewinnt an Wahrscheinlichkeit beiErwägung der aufserordentlichen Langsamkeit, mit wel-cher erweislich die Regenwässer auf den kanarischen In-seln ihren Weg bis zu den Ursprungsorten der Quellenzurücklegen. So bricht z. B. eine starke Quelle aufGran Canaria erst im Mai hervor, fliefst den Sommerhindurch, wird schwächer im August, und hört endlichim Oktober zu fliefsen auf, während der ganzen Re-genzeit trocken bleibend. Das Wasser dieser Quellebraucht mithin wenigstens 2 bis 3 Monate Zeit, um sei-nen Weg durch die Klüfte des Gebirges zu vollenden,und die Wärme, mit welcher es hervortritt, ist daherdie mittlere 1 'der Monate Februar und März, oder wohlgar eine noch geringere.

Dasselbe erweisen übrigens zum Theil auch die Zei-ten, zu welchen die höchsten und niedrigsten Tempera-turen der wenig variabeln Quellen in unseren Gegendenerscheinen- Erman fand, dafs alle Quellen bei Berlinund Potsdam ihren höchsten Stand im August erreichen,während die ansehnlichste Luftwärme bekanntlich im Julieintritt; der niedrigste Stand zeigt sich deutlich wenigerbestimmt, bei einigen im Januar, bei anderen im März,im April oder im Mai.

In Basel dagegen zeigte sich entscheidend, nach Me-

rian,