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Physikalische Geographie : Vorlesungen gehalten an der Universität zu Berlin in den Jahren 1834 und 1835 / von Friedrich Hoffmann
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So nennt Sclieuchzer als besonders merkwürdigden sogenannten Engstli-Brunnen im Hasli-Thale,iin Kanton Bern. In der Vertiefung eines hoben Alpen-thales, am Fufsc beträchtlicher Felsen gelegen, lliefst erzwar im Allgemeinen auch nur vom Mai bis zum Au-gust, aber auch selbst in dieser Zeit fliefst er nicht gleich-förmig: er hat nämlich die Eigenthümlichkeit, gewöhnlichnur einige Stunden des Abends und Morgens (und zwargewöhnlich um 8 Uhr und um 4 Uhr Abends) zu flie-isen, dann aber gleichförmig und mit beträchtlichem Was-serreichlhume. Zuweilen fängt er, wie Sclieuchzer be-richtet, auch des Abends an, und fliefst die ganze Nachthindurch/bis zum Morgen fort, oder auch umgekehrt;zuweilen fliefst er einige Tage lang ununterbrochen undbleibt dann auch w ieder einige Tage aus. Aehnlich nochkennt man einige Brunnen in Graubündteu, im KantonZürich u. s. w.

Auch iin südlichen Frankreich, und zwar ganz be-sonders im Languedoc, sind sehr ausgezeichnete Quel-len dieser Art bekannt, so eine Quelle bei Fontestonoder Fontestorbe in Mircpoix, welche die Eigen-heit besitzt, in den drei Sommermonaten abwechselnd36 Minuten 35 Sekunden lang zu fliefsen, und dann wie-der 32J Minuten lang stille zu stehen. Bei cintretendernasser Witterung dagegen fliefst sie fortwährend, undein zwei- bis dreitägiger Regen soll ihr eine beständigeErgiefsung von etwa 12 Tagen geben, nach welcher siedann wieder ihre Intermittenzen beginnt; oft aber inter-mittirt sie auch in anderen Monaten, z. B. im Winter.Aehnlich kennt man Quellen bei Nismes und bei Col-mar in der Provence.

Unter den Quellen in Deutschland hat früher derBoldcrbrunnen oder sogenannte Bullerborn inWestphalen, zu Altenbeeken bei Paderborn, einenausgezeichneten Ruf erlangt. Er hatte die Eigenheit, täg-lich zwei Perioden zu machen, welche man wohl mit