Buch 
Physikalische Geographie : Vorlesungen gehalten an der Universität zu Berlin in den Jahren 1834 und 1835 / von Friedrich Hoffmann
Entstehung
Seite
539
JPEG-Download
 

Flüsse.

539

Oberfläche DE; dadurch wächst wieder die Expansiv-kraft in C aber sehr schnell, und es erfolgen heftigeStöfse, welche das Wasser herauswerfen und den Dampfentweichen lassen; dadurch aber erkalten die Wände derHöhle, der neuerlich entwickelte Dampf kondeusirt sichwieder, Hitze und Druck vermehren sich, und die altenErscheinungen folgen von Neuem.

B. Von den Flüssen.

Die natürlichen Kanäle, durch welche das aus derAtmosphäre auf das Land herabgefallene Wasser demMeere und den Seen, welchen es durch Verdunstung ent-zogen worden, wieder zugeführt wird, nennt man im All-gemeinen Flüsse. Quellen zunächst bilden Bäche; ausBächen entstehen kleinere Flüsse; diese vereinigen sichzu gröfseren Flüssen, und wenn letztere sehr mächtig wer-den, viel Wasser mit bedeutender Geschwindigkeit fort-führen, stellen sie Ströme dar. Solche oder ähnlicheBenennungen für die verschiedenen Stufen des fliefsen-den Gewässers finden sich in allen Sprachen, aber diedamit verbundenen Begriffe werden in keinem strengwissenschaftlichen Sinne genommen *).

ln bewohnten Ländern führt jeder Flufs, Bach oderStrom seinen Namen, um ihn von anderen zu unterschei-den; allein wenn mehrere Flüsse oder Bäche zusammenkommen, wird nur der Name des einen von ihnen bei-behalten, gewöhnlich der des bedeutenderen, oder, wenndiefs nicht leicht auszumitteln, der, dessen Quellen amentferntesten sind.

Von dieser Regel giebt es jedoch häufige, wenn frei-lich für die Natur der Sache selbst bedeutungslose Aus-nahmen. Schon Otto bemerkt u. a., dafs, wo sich inBöhmen Elbe und Moldau verbinden, die erstere ei-gentlich ihren Namen einbüfsen müsse, denn sie kommt

*) llitter's Erdkunde, 2te Aull. Bd. I, S. 77.