540 Flüsse, Inkonsequenzen beim Namen vereinigter
von dem südlichen Abfalle des Riesengebirges herab, dieMoldau aber wohl doppelt so weit von den Grenzendes Donaugebirges. Auch wo Bug und Narew sichunterhalb Pultusk zu einem der bedeutendsten Neben-ströme der W eich sei verbinden, herrschen Zweifel ähn-licher Art, und daher verschiedene Angaben auf denKarten. Noch ausgezeichneter ist das Beispiel von demInn und der Donau, bei welchem Ebel darauf auf-merksam macht, /lafs der vereinigte Strom unter Pas-sau eigentlich der Inn heifsen müsse, denn der Wegvon den Quellen ist zwai* bei beiden gleich lang, aberdie W'asserfülle des Inn ist beträchtlich gröfser. Wodie Werra und Fulda zusammeniliefsen, müfste eigent-lich der vereinigte Strom von der erstcren den Namenerhalten.
Noch häufiger kommen solche Abweichungen in ent-fernteren Bändern vor; dort hat häufig derselbe Haupt-strom an der Mündung, wo ihn die Europäer zuerst ken-nen lernten, einen anderen Namen, als weiter oberhalb.So der Amazonenstrom oderMaranon, in welchensich hoch oberalb der Ucayal ergiefst, welcher sehrviel weiter herkommt und viel wasserreicher ist. So derLa Plata, der erst fast an der Mündung seinen Namenerhält, wo sich die vereinigten Ströme Paraguay, Pa-rana und Uraguay ergiefsen, während doch der erst-genannte bei weitem der bedeutendste ist, und den ent-ferntesten Ursprung hat. So der Missisippi in Nord-amerika, welcher lange Zeit für den Hauptstrom jenesLandes galt, bis man fand, dafs der Missuri, der ihmvon NW. zuströmt von den fernen Felsengebirgen, nurwenig entfernt von den Quellen des Columbia-Stro-mes herkommt, und bei weitem der wasserreichste ist.
Es sind diefs Beispiele, deren sich leicht noch vielewerden nachweisen lassen, und welche als Inkonsequen-zen zu betrachten sind, dennoch aber beibehalten wer-den müssen, da cs weder ralhsam noch möglich ist, Na-