Flufsgcbiete; Wasserscheiden. 541
men, die allgemein bekannt und im Volke selbst herr-schend sind, abzuändern, und durch neue, wenn auchrichtigere, zu ersetzen.
Den ganzen Umfang des Landes, aus welchem einStrom oder eine Haupt-Wasserader seine Nahrung er-hält, nennt man sein Strom-Gebiet (Flufs-Gebiet),und die Grenzen desselben, wo sie sich scharf zwischenbenachbarten Strom-Gebieten nachweisen lassen, nenntman Wasserscheiden (Trageplätze, portages).Beide Bezeichnungen, welche uns in die Eigenthümlich-keiten der Flüsse im Allgemeinen einführen, verdienennoch eine specielle Erörterung in Beziehung auf die Auf-schlüsse, welche uns ihre Auffassung für die Kenntnifsvon der Gestaltung der Erdoberfläche darbietet, und diel'sVerhältnifs in den Umrissen der Flufsgebiete und derGestalt der Erdoberfläche wird das einzige seyn, waswir hier von den physisch-geographischen Beziehungender Flüsse besonders hervorheben wollen.
Da die Bewegung des Wassers in den Flüssen durchden Einflufs der Schwere oder nach den Gesetzen desFalles bewirkt wird, so folgt natürlich, dafs der Ursprungs-ort derselben höher als ihr weiterer Verlauf bis zurMündung liegen, und die Oberfläche der Flüsse mithineine‘mehr oder minder stark geneigte Ebene von deinInnern des Landes bis zum Meere bilden müsse. Daferner dasselbe bei allen Nebenflüssen, die sich zu ei-nem gemeinsamen Strome verbinden, stattfindet, so er-hält die Oberfläche des ganzen Raumes, aus welchemein Strom seine Zuflüsse erhält, eine gegen seine Haupt-rinne mehr oder minder geneigte (abhängige) Lage, undes entsteht dadurch das Bild eines mehr oder mindervollkommen ausgearbeiteten Beckens, dessen tiefste Li-nie am Boden von dem Hauptstrome durchfurcht wird,dessen Seitenwände aber von den Nebenflüssen und Bä-chen, sich immer mehr vertheilend, bezogen werden, wäh-rend die Wasserscheiden die Ränder des Beckens bil-