542
Flufsbccken; Flufsnctz.
den, und unmittelbar an die Ränder der benachbartenFlufs-Becken anstofsen.
Man nennt deshalb mit Recht auch wohl den gan-zen Umfang eines Stromgebietes sein Becken (baa-sin s des rivierea ), die Hauptrinne desselben aberden Thal weg. Diese entschieden nothwendige und inder Natur sich bestätigende Gestalt aller Flufsgebieteaber giebt uns, wie auf den ersten Blick daraus hervor-zugehen scheint, einen schnellen und leicht zurechtwei-senden Führer, um daraus Schlüsse auf die Gestalt derOberfläche des Festlandes ableiten zu können, und mitBegierde haben daher von jeher die Geographen sichseiner als eines willkommenen Hiilfsmittels in Fällen be-dient, ivo die Beschreibungen und Messungen zur unab-hängigen Konstruktion der Veitheilung der Unebenhei-ten auf der Erdoberfläche nicht ausreichten. Ueberall,wo die entferntesten Quellen gröfserer Flüsse herkom-men, glaubte man, müsse ein hohes Gebirge angenommenwerden, und man hielt deshalb z. B. lange Zeit hindurchden St. Gotthard für den höchsten Gebirgspuukt Eu-ropa’s, weil von ihm die Quellen der bedeutendstenStröme unseres Welttheils ihren Ursprung nehmen. Hatteman nun ferner erst das Flufsnetz eines Landes ent-worfen, so umzog man die wellenförmigen Linien, inwelchen die Grenzen benachbarter Stromgebiete an ein-ander grenzen, mit den bedeutenderen Gebirgszügen, mansendete mehr oder minder bedeutende Seitenzweige aufden Wasserscheiden der Nebenflüsse ab, nach Maafsgabeihrer Gröfse und ihres Wasserreichthumes. Man glaubteauf diese Weise die Natur zu kopiren, das Wesen derOberflächengestalt vollkommen dargestellt zu haben, undman pflegte deshalb auch bis heute zum Theil noch dieEintheilung der Länder nach Flufsgebieten oder Abfäl-len in dieselben ihre natürlichen Grenzen zu nen-nen. Lange Zeit hindurch hielt man sich, wie diefs vieleKarten beweisen, von der Richtigkeit dieser Methode der