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Wasserscheiden ohne Gebirge;
diese mit ihren Quellen das Hochland verlassen haben,treten sie in die ungeheure sibirische Ebene ein,und hier ist auf dem gröfsesten Theile ihres Laufes keineerhebliche Scheidung mehr. Mau schifft jetzt schon ausder Gegend von Nertschinsk, nur durch wenige Tra-geplätze unterbrochen, über einen Flächenraum von mehrals 80 Längengraden nach St. Petersburg, da auchdie Quellenbezirke des kaspischen Meeres (desUral) und des Ob (durch den Tobol) sich einandergenügend nähern. Es würde nur verhältnifsmäfsig sehrunbedeutender künstlichen Hülfsmittel bedürfen, um hiereine offene Verbindung herzustellen.
So ist es aüch u. a. sehr ausgezeichnet in Nord-amerika, in Breiten, welche freilich noch aufser demBereiche der Kulturfähigkeit liegen, zwischen 50° und70°. Dort hängen die äufsersten Enden aller Flüsse,welche an der Westküste der Hudsonsbai münden,und der beiden bis jetzt bekannten Ausflüsse ins nörd-liche Eismeer (Mackenzie-und Kupferminenflufs)mit einander mehr oder minder vollkommen zusammen,und die Schwierigkeiten der spärlichen Kommunikation,welche dort gegenwärtig der Pelzhandel erzeugt, würdenwahrscheinlich sonst unübersteiglich seyn. Hier tritt dermerkwürdige Fall im Grofsen ein, dafs die Scheiden derStromgebiete durch grofse Landseen gebildet werden(deren bedeutendste der Winnipeg, der Athabasca,der Sklavensee u. s. w.), ein Fall, den wir im Klei-nen in der norddeutschen Ebene wiederholt finden, zwi-schen der Elbe oder der Havel und der Ostseedurch den Müritz-, den Schweriner-See u. s. w.
Bemerkenswerth und ganz in die Kategorie dieserErcheinungen gehörend ist es, dafs, wenn solche offeneKommunikationen zwischen benachbarten Stromgebietengewöhnlich fehlen, sie zuweilen zur Zeit der Regen er-halten werden, und dann wieder verschwinden. Einesder ausgezeichnetesten Beispiele dieser Art bietet das