558 Gebirge, durchbrochen von Flüssen.
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Kein deutscher Strom aber zeigt solche Durchbrü-che ausgezeichneter und öfter wiederholt, als der R Ine i n *).Schon wo er die Alpen vcrläfst, durchschneidet ier siedurch einen der engsten und tiefsten Risse, die in ihnenVorkommen, das Schamser Thal, vom Splügen herabund seine Fortsetzung bis in die Gegend von Holien-embs. Dann setzt er quer durch das weite Thal zwi-schen Alpen und Jura, und breitet sich hier in demBecken des Bodensees aus; dann aber durchbricht eraufs Neue die gegenüber liegende Mauer des Jura, unddie Durchrisse der bedeutendsten Ketten bezeichnen dieStürze von Schaffhausen; am Südrande des Schwarz-waldes von Laufenburg. Bei Basel hat er diesenGebirgswall hinter sich, und nun wendet er seinen Laufzwischen zwei parallelen Gebirgsrücken, die ihn ganznach der alten Vorstellung begleiten, der Schwarz-wald und Odenwald, die Vogesen und die Hardt. \Plötzlich aber wird dieses weite Thal bei Bingen undMainz durch einen mächtigen Damm verschlossen, dasniederrheinische Schiefergebirge legt sich fast quer gegendie Richtung seines Laufes mit dem Taunus und demHundsrück wie ein steiler Wall von 2000 F. Erhe-bung vor; doch ändert auch dieses Hindernifs die ur-sprüngliche Richtung seines Laufes nicht. Der mächtigeStrom tritt bei Bingen in eine enge Felsenpforte, undbis auf dessen Sohle zerrissen, begleiten ihn fortan aufbeiden Seiten die Ränder des Gebirgskörpers, den erdurchbrochen hat; so hält die gleiche Erscheinung wohl12 Meilen lang an, bis fast in die Nähe von Bonn, iDort erniedrigen sich allmälig die Berge, oder sie wei-chen zurück und der Strom tritt nun frei in die Ebene,wahrscheinlich aus den Trümmerhaufen aufgeschüttet, dieer selbst aus den Gebirgen herabgeführt hat. Nirgend
*) Weifs, über die Rhein-Durchbrüche; in der Zeitschrift fürdie neueste Geschichte, Staats- und Völkerkunde. Berlin 1814.April, p. 363.