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Physikalische Geographie : Vorlesungen gehalten an der Universität zu Berlin in den Jahren 1834 und 1835 / von Friedrich Hoffmann
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Flufsbettcn,

ste Gelegenheit darbot, so werden wir es bei Betrach-tung der Rinnsale grofsentlieils nur mit der Wirkungzu thun haben, welche die fliefsenden Wässer auf demBoden hervorgebracht haben, da wir die Grundzüge derOberflächengestalt als das Erzeugnifs früherer Wirkun-gen ansehen müssen. Haben die Ströme ihre Tliälerauch nicht geschaffen, die Gebirge nicht durch Wegspü-lung der Tiefen hervortreten lassen, so sind sie doch mitwenigen Ausnahmen Ursache der Gestalt ihrer Betten,die sie selbst gebahnt und mehr oder minder vollendethaben. Immer noch arbeiten sie an ihrer vollendeterenAusbildung, wie Ritter *) vor allen unter den neue-ren Geographen so treffend gezeigt hat.

Bei der Beschaffenheit der Flufsbetten ist es dieRichtung derselben, welche unsere Aufmerksamkeit zu-vörderst in Anspruch nimmt; ihr lassen wir die Betrach-tung ihrer charakteristischen Gestalt folgen.

a ) Die Ricfitung der Flulsb etten im Allgemei-nen hat nichts Gesetzmäfsiges, obgleich frühere Natur-forscher diefs zu erweisen sicli bemühten. Buffo n **)namentlich glaubte, dafs alle bedeutenderen Flüsse derErde eine gemeinsame Richtung ihres Laufes, mehr oderminder übereinstimmend mit dem Parallelkreise von Westnach Ost oder von Ost nach West haben, und dafs mit-hin alle Nebenflüsse die Richtung der Meridiane wüh-len. Er hat diefs auf eine scharfsinnige Weise zu kom-mentiren versucht. In Amerika, meint er, sey dieseErscheinung abhängig von dem Laufe der einzigen Ge-birgskette in der Meridianrichtung, welche die Flüsse nö-thige, rechtwinklich darauf ihren Weg zum Meere zusuchen. Allein gerade zwei der bedeutendsten Strömedieses Kontinentes, der La Flata und der Missisippi,llicfsen fast genau von Nord nach Süd. Auf dem Fest-

*) Erdkunde 2te Aull. I, 75.

**) Hut. not. I, 335.