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Physikalische Geographie : Vorlesungen gehalten an der Universität zu Berlin in den Jahren 1834 und 1835 / von Friedrich Hoffmann
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574 Lauf der Flösse, seine Eintheilung

sie enden, bevor sie das Meer zu erreichen im Standesind; entweder münden sie in grofse Wasser-Ansamm-lungen des Binnenlandes, deren Grüfse hinreicht, um denihnen mitgetheilten Wasserreichthum durch Verdunstungimmer wieder abzugeben, oder sie sickern allmälig inlockeren Boden ein, der keine Thalfurche darbietet, umsic darin abtliefsen zu lassen (Steppenflüsse der äl-teren Geographen).

Diese unbestimmten, fast prinziplosen Unterschei-dungen, hat die aus umfassender Naturanschauung ge-schöpfte Darstellung Rittcr’s *), welcher damit eineVergleichung der über alle Flüsse bekannten Thatsachenverbindet, jetzt verdrängt. Die einzelnen Stromsystemeals mehr oder minder zur Vollendung gekommene Indivi-duen betrachtend, scheidet er sie zunächst in zwei Haupt-familien: in oceanische und in nichtoceanische,kontinentale. Den zur Vollendung gediehenen legtBitter während ihres Laufes vom Ursprünge bis ansEnde drei Hauptstufen der Entwickelung bei, welcheer den Oberlauf, den Mittellauf und den Unter-lauf nennt. Alle drei Stufen haben ihre Eigenthümlich-keit, die in der Gestalt ihres Bettes und dem dadurchbedingten Verhalten der in ihnen tliefsenden Wasser-masse sich ausdrückt. Jeder vollendete Strom besitztdiese drei Stufen der Ausbildung; die davon abweichen-den, die Küstenflüsse beider Arten, die Steppenflüsse,sind als Individuen unvollendeter Bildung (unentwickelteStromsysteme) zu betrachten. Dadurch, so wie durchdie grofse Verschiedenheit der Verhältnisse in diesenEntwickelungsstufen bei einzelnen Stromsystemen, trittdiese systematische Form hervor.

Ehe wir zu einer Charakteristik dieser Fonnen, soweit sie sich aus der Gestaltung der Flufsbetten ergiebt,übergehen, ist zu bemerken, dai's die verschiedenartigen

) Erdkunde 2te Aufl. I, 78.