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Mittlerer Lauf der Flüsse. 581
von 3 Fufs Höhe verkommen. Viele dieser Gavcs ent-springen sogar merkwürdig genug in ungeheuren solchencirkusartigen Räumen mit senkrechten Wänden, welchevon den Einwohnern oule oder ho ule, d. h. pol,marmite, genannt werden*). Alle Nebenthäler dieserStröme haben übrigens eine reine Spaltenform, und ander steileren Südseite des Gebirges entdeckte schon Ra-in ond Thäler am Montperdu, welche vollkommen mitden Spalten des Piemontesischen etc. verglichen werdenkönnen ** ).
So zeigt sich die Form der Flufsbettcn und ihrerThäler an der Wiege der Ströme.
Aus dem Hochgebirgslande tretend, beginnt derStrom seinen mittleren Lauf. — Ein bei weitemgeringerer Abhang seines Bettes und ein geringerer Wech-sel in diesem Verhältnifs, unterscheidet dessen Gestaltvon der in der vorhergehenden Stufe. Im Allgemeinenentfernen sich die Uferräuder mehr von dem Strom, undsteigen weniger steil und plötzlich auf, wie es dem Cha-rakter des niedrigen Berg- oder Hügellandes gebührt,und sie lassen daher, wo sie endlich sanft geneigt odergar in wagcrechter Lage zusammenslofsen, dem Stromauf dem Boden des Thaies einen Schauplatz seiner Thä-ligkeit, auf welchem er nach Begünstigung der Umständesich seinen Lauf wählen und sein Bette im Verhältnifszu seiner Wasserincnge und zu der Geschwindigkeit, mitwelcher sie hindurch fliefst, sich ausarbeiten kann; hierist Thal- und Bettcnbildung getrennt, und der selbst-ständige Strom verfolgt nun, indem er von der Gestaltder Thäler den günstigsten Gebrauch macht, seinen ci-genthiimlichen Gang.
Der Abhang der Strombetten ist in diesem Theiledes Laufes, wie die Vergleichung des Nivellements vie-
*) Die schönste ist la oule de Gavarnie; Charp. Essai p. 25.
**) Charp. Essai p. 26.
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