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Physikalische Geographie : Vorlesungen gehalten an der Universität zu Berlin in den Jahren 1834 und 1835 / von Friedrich Hoffmann
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Zwischcnflufslaud.

Bifurcation, oder es endet selbstständig neben den an-deren Mündungen des Stromes im Meere, und bildet einl)elta.

So ist die Delta-Bildung kein vereinzelt in den Ent-wickelungs-Verhältnissen der Ströme dastehendes Phäno-men, sondern unmittelbar von denselben Ursachen ab-hängig, von welchen die merkwürdige Bifurcation derStröme hervorgebracht wird. Diefs ist um so mehr her-vorzuheben, w eil sehr häufig Ausbreitung der Ströme zurDelta-Bildung und Bifurcation in der Nähe der Küstenmit einander verbunden Vorkommen. Zwei an Mächtig-keit wenig verschiedene Ströme begegnen sich hier oftin der Anstrengung, mit welcher sie gegen das Meer an-kämpfen, um ihm durch Vorrücken ihrer Delta-Bildun-gen immer mehr Land abzugewinnen, und dann entstehtdurch gemeinsame Wirkung ein grofses Gebiet, das un-ter dem Einflufs der Zwillingsströme liegt, ein sogenann-tes Mesopotamien oder Zwischenflufsland.

Beispiele davon sind in Asien der Euphrat undTigris, die das eigentliche Mesopotamien bilden, undsich gegenwärtig ganz in ihrem unteren Laufe bei Bas-sora verbinden, lange vorher schon ihre Fluthen zurZeit der Ueberschwemmung vermischen; ferner die desGanges und Buramputer, welche, wie Rennell eswahrscheinlich gemacht hat, einst ihre Hauptarme zu-sammenwarfen, und dadurch ein ungeheures Bett aus-höhlten. Eben so die beiden mächtigen Ströme vonChina, der Hoang-Ho und der Yang-tsee-Kiang,welche durch ihre Vereinigung zwischen den Gebirgsdi-strikten den fruchtbarsten inneren Theil des Landes bil-den, der jenem seine Produkte zur Nahrung bietet, unddessen Unterordnung unter die Flüsse sowohl durch diegrofsen Ucberschwemmungen kund wird, welche sich zu-weilen bis in die Gegend von Pecking erstrecken, alsauch durch die leichten Kanalverbindungen, welche hierunter allen bekannten mulhmafslich die gröfsesten der