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Physikalische Geographie : Vorlesungen gehalten an der Universität zu Berlin in den Jahren 1834 und 1835 / von Friedrich Hoffmann
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Flufswasser,

haben, sich weit ausbreiten, und nun in ausgedehnte Be-rührung mit der Atmosphäre treten. Die Salze, welcheaul’serdein doch in den meisten Quellen auch nur in sehrgeringer Quantität Vorkommen, werden theils mechanischvon den Erdmassen, die der Flufs berührt, mit fortgeris-sen oder an sie abgesetzt, und endlich die grofse Ver-mehxung siifscn Wassers, welche die meisten Flüsse inihrem Laufe meist unmittelbar durch den Regen von denAbhängen ihrer Uferränder erhalten, verdünnt diese Lö-sungen ungemein. Das Flufswasser gehört daher im All-gemeinen in die oben erwähnte Abtheilung der weichenWässer, oder es ist chemisch viel reiner als das Quell-wasser, ja vielleicht in einigen, besonders den gröfserenFlüssen chemisch reiner, eine Eigenschaft, die man na-mentlich von dem Wasser des Indus, der Newa, derThemse u. s. w. zu rühmen pflegt, und die sich un-ter sonst gleichen Umständen wahrscheinlich da am aus-gezeichnetsten zeigt, wo Flüsse weite Seebecken, in de-nen sie ihre Bestandteile absetzen oder diluireu können,durchschneiden, bevor sie in ihren mittleren Lauf eintre-tcn. Sehr unbedeutende Ausnahmen von dieser Regelsind die salzigen Flüsse der kaspischen Steppe, welchePallas beschreibt, die sauren Flüsse Amerika’s, die wiroben erwähnten.

So sehr sich indefs das Flufswasser vor dem derQuellen durch seine chemische Reinheit auszeichnet, sosehr unterscheidet es sich von ihm durch seine mechani-sche Verunreinigung. Während das Quellwasser klarund nur mit aufgelösten Substanzen beladen, die ihmseine Durchsichtigkeit nicht zu rauben vermögen, aus deinInnern der Erdrinde hervortritt, zeigt sich das Flufswas-ser dagegen mehr oder minder getrübt durch eine grofseMenge darin schwebend erhaltener Stoffe, welche es vonden Uferrändern fortwährend losreifst und so lange mitsich fortführt, als die Geschwindigkeit des Wassers sie