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Physikalische Geographie : Vorlesungen gehalten an der Universität zu Berlin in den Jahren 1834 und 1835 / von Friedrich Hoffmann
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609
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Mechanische Beimengungen desselben. 609

sie keinesweges doch von allen Forschern, die sich mitdiesem Gegenstände beschäftigt haben, für richtig erkanntworden. Aeltere Schriftsteller über den Flufsbau *) ha-ben es geleugnet, dafs die Flüsse die Kraft besitzen, dasMaterial, das sie fallen liefsen, abzuschleifen und zu zer-kleinern.

Wiebeking**) hat indefs unter den Neuern un-streitig am meisten dazu beigetragen, diesen Gegenstand,von mannigfacher Erfahrung geleitet, aus einem richtigenGesichtspunkte darzustellen; er zeigt, dafs die Thatsachen,auf welche sich die Gegner dieser Ansicht stützen, wirk-lich nur als Ausnahmen von der Regel betrachtet wer-den dürfen, durch den Umstand herbeigeführt, dafs Flüssezuweilen bei aufserordentlichen Veranlassungen mehr Ma-terial in ihre Betten werfen können, als sie zu zerklei-nern und weiter zu führen im Stande sind. Er zeigteferner, dafs, wenn die Kiesel, welche die Flüsse in ihreBetten führen, fortwährend unzersetzt liegen blieben,längst alle Flüsse und ihre angrenzenden LandstricheSümpfe oder Seen seyn würden.

Wie sehr auch die Gröfse der Kiesel, die ein Flufsführt, mit der Stärke seines Falles übereinstimmt, zeigteer überzeugend durch das Beispiel aller baierschen Flüsse,die den Nordrand der Alpen verlassend, in die baierschenSeebecken eintrcten. Die Isar führt gröberes Materialals der Lech, und ihre Kiesel dienen in München alsBaustein; der Lech hat gröfsere Kiesel als der Inn,und dieser wieder gröfsere als die Donau. Es stehtaber der Fall dieser Flüsse untereinander in demselbenVerhältnisse, wie die Gröfscn. Schöner noch unstreitigist das Beispiel des Rheines, dessen BeschaffenheitWiebeking so vollkommen aus eigener Erfahrung zuerläutern im Stande war. Da, wo der Rhein mit seiner

*) Wie Frisi, Visiani, Pevo'R?.

**) Wasserbauk. I, 93 sq.

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