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der Flüsse. 615
Quelle der Nahrung für die zahlreiche Bevölkerung die-ses kolossalen Reiches. Ganz unter ähnlichen Verhält-nissen finden wir die grofsen oft genannten Ströme dessüdlichen Amerika wieder: der Amazonenflufs, derOrinoco, und besonders der Rio de la Plata habenihre regehnäfsigen Ueberschwemmungen, und eben so diegröfseren Flüsse von Afrika, der Senegal, der Niger,der Orange-Rivier in der Nähe des Kap der gutenHoffnung, welcher zuweilen in der wasserlosen Jahres-zeit fast ganz austrocknet, in der nassen dagegen einmächtiger Strom ist.
Keiner iudel's zeigt diesen Wechsel seines Standessowohl in Afrika, als wahrscheinlich auf der ganzen Erdeüberhaupt regelmäfsiger, als der Nil, und vielleicht istauch bei keinem anderen Strome der Einfluis seinerUeberschwemmungen auf die Kultur-Verhältnisse des anihn grenzenden Landstriches gröfser. Die Betrachtungdieses Gegenstandes überhaupt möge daher mit einigenErläuterungen über dieses specielle Verhältniis geschlos-sen werden.
Erinnern wir uns hiebei zunächst an die eigenthiim-liche Bildung des Nilthaies in seinem unteren Theile.Sobald der Nil in Aegypten eiiigetrcten ist, wird dermerkwürdige Einflufs, welchen seine Ueberschwemmun-gen ausüben, sogleich klar werden, wenn wir die ange-gebene Gestalt des Landes mit seinen klimatischen Ver-hältnissen vergleichen. Zwischen zwei trockenen undwüsten Gebirgsketten sehen wir das Thal von Aegyptenwie einen vormaligen Meerbusen, fast parallel dem ara-bischen Meere sich von Kairo bis zu den Katarakten,von N. nach S. etwa 100 geogr. Meilen landeinwärts er-strecken, mit sehr nahe wagerechtem Boden und alleinvon dem Nile bewässert, der in diesem ganzen Abschnitteseines Laufes keinen einzigen, auch nicht den geringstenZuflul's empfängt, ln diesem ganzen Landstriche regnetcs nie, und es erhält daher nur derjenige Theil seiner