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Physikalische Geographie : Vorlesungen gehalten an der Universität zu Berlin in den Jahren 1834 und 1835 / von Friedrich Hoffmann
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Periodisches Steigen

Oberfläche die zum Gedeihen der Vegetation nothwen-dige Wassermasse, welcher von dem Wasser des Isilesselbst unmittelbar getränkt wird. Die weiten Sandflä-chen auf der Höhe der das Tiefland einfassenden Berg-ketten, und die angrenzende Wüste der Sahara, vermö-gen der Atmosphäre durch Erwärmung kein verdunsten-des Wasser zu geben, und können auch von ihr keinsempfangen, da der senkrechte Sonnenstrahl des tropi-schen Klima’s sie erwärmt, und von der brennenden Flä-che durch Strahlung fortwährend so viel Hitze entwik-kelt wird, dafs sie den Wassertropfen *), welche etwaaus den Wolken über ihn niederfallen sollten, verwehrtden Boden zu berühren, und sie nüthigt, wieder in Dampfverwandelt weiter zu ziehen. Indels sind doch diesesandigen lieifsen Flächen, wie schon Granger**) sehrwohl wufste und Girard neuerlich vollständiger entwik-kelt hat, auf eine interessante Weise .die unmittelbareUrsache von dem Wasserreichthum, welcher dem Tief-lande Aegyptens von oben her ersetzt, was von seinenBändern ihm nicht werden kann. Die kühle feuchteLuft nämlich, welche nordwärts dieser Wüste den Spie-gel des mittelländischen Meeres bedeckt, wird genötliigt,sicli beständig mit der heifsen verdünnten Luft, welcheüber den Wüsten schwebt, ins Gleichgewicht zu setzen;sie strömt zu ihr hin, um die Lücke zu füllen, und soberschen denn in jenen Gegenden fast das ganze Jahrhindurch ununterbrochene Nordwinde. Je höher dieSonne steigt, also zur Zeit ihrer nördlichen Deklination,desto stärker werden sie wehen, je tiefer sie sinkt, destoschwächer; allein in ihrem Fortschreiten über die Wü-ste treffen die mit Feuchtigkeit beladenen Luftschichten

*) Der Sand dieser Wüsten erscheint nach Girard um dasSolstitium dis 56° R. erwärmt. (Mein. p. 286.)

**) Voyage. Paris 1745, p. 13 et 114.

Buffo n hist. nat. /, 350.