den hohen Gebirgssaum der Berge Abyssiniens und ih-rer östlichen Fortsetzung, welche den Nordrand desHochlandes von Afrika bilden. Hier ihre mitgebrachteFeuchtigkeit durch die verminderte Temperatur bewo-gen absetzend, lagern sich mächtige Wolkenmassen, undreichliche Regen stürzen herab, die Quellen des Nilstro-mes ernährend, und immer reichlicliereWassermassen schüt-tend, je höher die Sonne steigt. Daher hängt auch derStand dieses Flusses, wie die Alten so vielfach durchsymbolische Andeutungen auszudrücken suchten, so innigmit dem Stande dieses Himmelskörpers zusammen, und H e-rodot schon wul’ste es wohl, was alle spätere Natur-forscher einstimmig berichten, dai’s in den AbyssinischenGebirgen zur Zeit des höchsten Standes der Sonnesehr reichliche Regen fallen, die das Anschwellen desNils in Aegypten veranlassen. Der Gang aber, welchendie Höhe des Stromes in den verschiedenen Jahreszeitennimmt, ist nach Girard’s Beobachtungen folgender:
Das erste Steigen des Nils beginnt in der letztenWoche des Junius zuerst bei den Katarakten von Syene,in Kairo aber wird es erst im Anfänge Juli’s bemerkt;es geht anfangs sehr langsam, und ist in den ersten 6 bisS Tagen kaum merklich, daun aber wird es schneller,und um den- 15len August hat es zu Kairo etwa seinehalbe Höhe erreicht; bis zur gröfsesteu Höhe braucht esnun dann noch etwa 6 Wochen Zeit, und es erreichtsie gewöhnlich in den Tagen zwischen dem 20sten und30sten September (1799 am 23sten September, 1800 am4len Oktober). In dieser Höhe erhält sich dann derStand gewöhnlich etwa 14 Tage im Gleichgewicht, unddann beginnt das Sinken, so dafs er bis zum lOten No-vember schon wieder auf die Hälfte gefallen ist, und vondieser Zeit an sinkt er sehr allmälig bis etwa zum 20stenMai des folgenden Jahres, wo er bis zum Anfänge desJulius in den Beharrungszustand tritt, wie die von Gi-rard entworfene Curvc sehr deutlich darstellt. — Man