70 Allgemeine Einleitung.
die unteren Schichten würden durch die Last der übrigen zusam-mengedrückt, die in der Mitte weniger und die obersten würdenam Lockersten sein; ein Cubibfuß dieser Haare aus den unterenLagen würde also bedeutend mehr wiegen, als ein Cubikfuß ausder obersten Schicht. Eben so ist es in der Atmosphäre, nurdaß wir hier die Grenze der möglichen Ausdehnung und Ver-dünnung der Luft und mithin die Höhe der Atmosphäre nichtgenau bestimmen können. Wir wissen nicht, wie die Atmo-sphäre sich in der Höhe in den unendlichen Raum verliert, inwelchem die Gestirne ihre Bahnen durchlaufen; daß sie abereine bestimmte Grenze haben müsse, folgt schon daraus, daß/wenn sie eine Höhe von mehr als drittehalb Erddurchmessernhätte, die Geschwindigkeit, mit der sich die Theilchen um dieErdaxe bewegen würden, so groß wäre, daß dieselben von der Erdefortgeschleudert werden und sich in dem unendlichen Weltraum«zerstreuen müßten. Gewöhnlich nimmt man die Höhe der At-mosphäre zu 9 — 10 Meilen an; aber schon in einer Höhe von3 Meilen ist ihre Dichtigkeit höchst unbeträchtlich. Endlich kanndie Atmosphäre, wie jeder Körper, verschiedene Grade der Wär-me oder eine verschiedene Temperatur annehmen. Die Ela-sticität, die Schwere und die Wärme der Lust erleiden sehrhäufig Veränderungen, und diese Veränderungen bestimmenvorzüglich die Beschaffenheit der Witterung. Um die ver-schiedenen Eigenschaften der Luft in jedem Augenblick genau er-forschen, und um bestimmen zu können, ob die Lust jetzt schwereroder leichter, dichter oder dünner, feuchter oder trockner, wär-mer oder kälter sei als vorhin, und zu andern wissenschaftlichenund selbst für das gemeine Leben wichtigen Versuchen bedientman sich verschiedener Instrumente, deren Kenntniß zu oft vor-ausgesetzt wird, als daß wir sie nicht hier kürzlich beschreibensollten, bevor wir die Gesetze jener Luftveränderungen selbstnäher betrachten.
Barometer.
Um die Veränderungen der Dichtigkeit oder des Drucks d«tLuft zu erkennen, dient das Barometer, d. h. Schweremerse r. Ein' Barometer besteht wesentlich aus einer gläsernenRöhre von etwa 39 Zoll Länge, die an ihrem obern länger'Ende zugeschmolzen, am andern, kürzern und wie ein Hsssnach oben gekrümmten Ende offen ist. Man füllt zuerst die Rom(Fig- 5) ganz mit Quecksilber, einem flüssigen Metalle, um a"Lust daraus zu vertreiben; stellt man sie dann in die Lage, jvsie hier gezeichnet ist, st wird das Quecksilber, wie vorhin bWasser, nicht ganz aus der Röhre fließen, weil die auf «